Li Hongzhang, auch unter dem Namen „Bismarck des Ostens“ bekannt, war im Jahr 1896 als diplomatischer Gesandter in Europa unterwegs. Während seines Aufenthalts in Deutschland traf er mit Staatsmännern, Regierungsbeamten und führenden Industriellen, darunter Friedrich Alfred Krupp, zusammen. Sein Ziel: Sowohl die Festigung der wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Westen als auch der Kauf von Rüstungsgütern. Lis diplomatische Reise verfehlte viele seiner Ziele, und es folgte eines der turbulentesten und chaotischsten Kapitel in der Geschichte Chinas.
„Heterophony: July 1896“ interpretiert die Anwesenheit von Li Hongzhang in der Villa Hügel und sein Treffen mit dem Gastgeber, Friedrich Alfred Krupp, neu. Die Arbeit verflicht Realität mit Imagination und erzählt die Interaktionen der handelnden Personen aus der Perspektive eines fiktiven Musikers, der zur Unterhaltung der Gäste bei diesem besonderen Anlass vor Ort war. Angereichert um Musik, Archivdokumente und Filmmaterial, zeichnet die Videoarbeit die Geschichte einer der umstrittensten Persönlichkeiten der chinesischen Geschichte nach. Weitere Details entstammen realen Berichten aus der deutschen und französischen Presse über Lis Besuch.