Der Stifter

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach wird am 13. August 1907 als ältestes von acht Kindern von Bertha und Gustav Krupp von Bohlen und Halbach geboren. Er macht in Essen sein Abitur und beginnt dann mit dem Studium der Hüttenkunde, das er 1934 als Diplomingenieur abschließt. Im Oktober 1936 tritt er in die Firma Krupp ein und wird zwei Jahre später in das Direktorium berufen. 1943 übernimmt er die Unternehmensleitung und wird zum Alleininhaber der Firma.

Familie Krupp von Bohlen und Halbach auf der Terrasse der Villa Hügel, 1930

Besuch bei Lehrlingen in den Maschinenfabriken, 1961

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, am 11. April 1945, wird Alfried Krupp von Bohlen und Halbach durch amerikanische Truppen verhaftet. Drei Jahre später verurteilt ihn ein amerikanisches Militärgericht zu zwölf Jahren Haft und der Einziehung seines gesamten Vermögens. Nachdem er 1951 begnadigt und die Beschlagnahme des Krupp-Vermögens aufgehoben wird, tritt er 1953 wieder an die Spitze seines Unternehmens. Noch im November desselben Jahres beruft er Berthold Beitz zu seinem persönlichen Generalbevollmächtigten. Es gilt, den durch Kriegsschäden, Demontagen und die von den Alliierten geplante Neuordnung der Montanindustrie in seiner Substanz gefährdeten Konzern wieder aufzubauen. Durch neue Produktionsschwerpunkte und die erfolgreiche Rückkehr auf die internationalen Märkte gelingt dies innerhalb weniger Jahre. Ende der 1950er-Jahre gehört Krupp zu den umsatzstärksten Firmen in der Bundesrepublik Deutschland.

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, 1964

Privat ist Alfried Krupp von Bohlen und Halbach passionierter Segler und Fotograf. Bei den olympischen Spielen 1936 feiert er mit seiner Segelyacht „Germania III“ als Bronzemedaillengewinner seinen größten sportlichen Erfolg. Er setzt damit die Segeltradition des Hauses Krupp fort. Als Fotograf bereist er die Welt und hinterlässt eine Fotosammlung, die heute im Historischen Archiv Krupp aufbewahrt wird.

Weitere vertiefende Informationen zu Alfried Krupp finden Sie unter den folgenden Links

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach im Gespräch mit seinem Sohn Arndt und Berthold Beitz am Rande der Hannover Messe, 1960

Weitere Informationen

Zahlreiche Publikationen, die zum Teil die Krupp-Stiftung initiiert hat, beschäftigen sich mit der Person Alfried Krupp ebenso wie mit der Geschichte der Familie und Firma Krupp. Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Publikationen:

  • Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (Hrsg.): Krupp. Fotografien aus zwei Jahrhunderten, Berlin / München 2011.
  • Epkenhans, Michael / Stremmel, Ralf (Hg.): Friedrich Alfred Krupp. Ein Unternehmer im Kaiserreich, München 2010.
  • Gall, Lothar: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums, Berlin 2000.
  • Gall, Lothar (Hrsg.): Krupp im 20. Jahrhundert. Die Geschichte des Unternehmens vom Ersten Weltkrieg bis zur Gründung der Stiftung, Berlin 2002.
  • James, Harold: Krupp – Deutsche Legende und globales Unternehmen, München 2011.
    (engl.: Krupp. A History of the Legendary German Firm, Princeton / Oxford 2011.)
  • Stenglein, Frank: Krupp. Höhen und Tiefen eines Industrieunternehmens, 2. überarb. Auflage, Essen 2011.
  • Tenfelde, Klaus (Hrsg.): Bilder von Krupp. Fotografie und Geschichte im Industriezeitalter, München 1994; 2. Auflage, München 2000.
    (engl.: Pictures of Krupp. Photography and History in the Industrial Age, London 2005.)