Alfried Krupp-Förderpreis

Seit 1986 verleiht die Stiftung den Alfried Krupp-Förderpreis an junge Universitätsprofessorinnen und -professoren der Natur- und Ingenieurwissenschaften (inkl. Medizin) mit herausragender wissenschaftlicher Qualifikation und bereits vorliegenden exzellenten Forschungsleistungen.

Für den Förderpreis können Kandidatinnen und Kandidaten vorgeschlagen werden, die eine unbefristete oder befristete Professur an einer Universität in der Bundesrepublik Deutschland innehaben (Erstberufung auf eine W2- oder W3-Professur) und nicht älter als 38 Jahre sein sollten. Der Preis ist mit 1 Mio. € dotiert. Die Preisträgerinnen und Preisträger können die Fördermittel unbürokratisch dafür einsetzen, sich unabhängig von öffentlichen Mitteln ein optimales Arbeitsumfeld zu schaffen: Sie können beispielsweise Labor- und Arbeitsplätze einrichten und verbessern, Symposien oder Fachkongresse besuchen sowie wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und spezielle Forschungsgruppen finanzieren.

Ausschreibungsrichtlinien und Wissenschaftlicher Beirat

Zielsetzung und Personenkreis

Das Förderangebot richtet sich an junge Universitätsprofessorinnen und -professoren der Natur- und Ingenieurwissenschaften (inkl. Medizin) mit herausragender wissenschaftlicher Qualifikation und bereits vorliegenden exzellenten Forschungsleistungen. Ziel ist es, vielversprechende Forscherpersönlichkeiten in einer noch frühen Phase ihrer wissenschaftlichen Laufbahn dabei zu unterstützen, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Der Alfried Krupp-Förderpreis soll Freiräume schaffen. Konkrete Projektbeschreibungen sind daher keine Voraussetzung für die Preisvergabe.

Vorgeschlagen werden können Kandidatinnen und Kandidaten, deren Befähigung zu Forschung und Lehre durch die Erstberufung auf eine zeitlich unbefristete oder befristete Professur (W2- oder W3-Professur) an einer Universität in der Bundesrepublik Deutschland bestätigt worden ist.

Der Alfried Krupp-Förderpreis ist nicht ausgeschrieben für Juniorprofessorinnen und -professoren und Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen, Hochschulen oder Universities of Applied Sciences. Inhaber einer Heisenberg-Professur (W2 oder W3) können im Rahmen dieser Ausschreibung vorgeschlagen werden.

Die vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten sollten nicht älter als 38 Jahre alt sein.

 

Förderumfang und -zeitraum

Mit der Verleihung des Preises werden für einen Zeitraum von fünf Jahren Fördermittel in Höhe von 1 Mio. € gewährt. Diese Summe umfasst Personalmittel für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Stipendiatinnen und Stipendiaten, einmalige oder fortlaufende Sach-, Verbrauchs- und Reisemittel zur Unterstützung von Forschungsarbeiten sowie einen Fonds zur fachbezogenen persönlichen Verwendung. Sollten nach Ablauf der fünf Jahre die Fördermittel noch nicht vollständig verwendet worden sein, können die Restmittel im Einzelfall maximal zwei weitere Jahre zur Verfügung gestellt werden.

Zur Mitte des dritten Förderjahres wird erwartet, dass die Preisträgerin/der Preisträger ein internationales wissenschaftliches Symposium zu Themen ihres/seines Forschungsgebietes durchführt.

Die Zuerkennung des Preises ist an die Person der Preisträgerin/des Preisträgers gebunden.

Die Mittel stehen weder zur Finanzierung von Verwaltungsdienststellen noch zur Deckung von Overheadkosten der Universität zur Verfügung.

 

Vorschlags- und Auswahlverfahren

Vorschlagsberechtigt sind Einzelpersonen, Forschungsinstitutionen und Universitäten. Selbstbewerbungen sind ausgeschlossen.

Grundsätzlich soll nur jeweils eine Kandidatin/ein Kandidat pro Universität vorgeschlagen werden. Die Stiftung möchte damit erreichen, dass sich die Universitäten, an denen die Kandidatinnen und Kandidaten tätig sind, bewusst auf einen Vorschlag konzentrieren.

Vorschläge sind elektronisch über das Online-Bewerbungsportal www.antrag.krupp-stiftung.de
an die Stiftung zu übermitteln.

Folgende Unterlagen müssen dem Vorschlag als Upload beigefügt werden (JPEG, TIFF, PDF):

  • ein Anschreiben, in dem die wichtigste wissenschaftliche Leistung der Kandidatin/des Kandidaten kurz benannt wird,
  • zwei Vorschlagsgutachten,
  • Curriculum Vitae der Kandidatin/des Kandidaten,
  • Liste der Preise und Auszeichnungen,
  • Darstellung der bisherigen Forschungs- und Lehrtätigkeit,
  • Publikationsliste (Auswahl).

Erforderlich sind weiterhin die folgenden verbindlichen Angaben der Universität, an welcher die Kandidatin/der Kandidat tätig ist:

  • Bestätigung, dass es sich bei der Professur der Kandidatin/des Kandidaten um eine Erstberufung handelt,
  • Bestätigung, dass im Falle einer zeitlich befristeten Erstberufung der Kandidatin/des Kandidaten die Möglichkeit zur dauerhaften Übernahme („tenure track“) besteht,
  • verbindliche Angabe, in welchem Umfang die Kandidatin/der Kandidat Lehrveranstaltungen anbieten wird,
  • Angaben zur Ausstattung der Professur mit Personal- und Sachmitteln.

Die Stiftung bittet um Vorlage der Unterlagen in deutscher Sprache. Gutachten auswärtiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können auch in englischer Sprache übermittelt werden.

 

Wissenschaftlicher Beirat

Der Wissenschaftliche Beirat schlägt dem Kuratorium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in einer Auswahlsitzung die Preisträgerin oder den Preisträger vor. Das Gremium besteht aus folgenden Personen:

  • Prof. Dr.-Ing. Katja Windt, SMS group GmbH, Düsseldorf (Vorsitzende)
  • Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün, Ruhr-Universität Bochum
  • Prof. Dr. Birgit Liss, Universität Ulm
  • Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Ing. Tim Christian Lüth, Technische Universität München
  • Prof. Dr. Ulrich Schollwöck, Ludwig-Maximilians-Universität München (stellvertr. Vorsitzender)
  • Prof. Dr. Ferdi Schüth, Max-Planck Institut für Kohlenforschung, Mülheim an der Ruhr
  • Prof. h. c. Dr. med. Heinz Wiendl, Universitätsklinikum Münster
FAQ

FAQ zur Ausschreibung Alfried Krupp-Förderpreis 2021

Unabhängig von einzelnen sprachlichen Formulierungen sind jeweils gleichermaßen Frauen und Männer gemeint. Zugunsten der Lesbarkeit und aus sprachlichen Gründen wurde nur die männliche Form gewählt.

Zum Kandidaten:

1. Kann ein Kandidat berücksichtigt werden, der eine befristete W2/W3-Professur innehat?
Ja.

2. Kann ein Kandidat vorgeschlagen werden, der zuvor eine Junior-Professur innehatte?
Ja. Eine Junior-Professur zählt entsprechend den Richtlinien nicht als Erstprofessur.

3. Können Kandidaten mit einer S-Professur (Kooperation zwischen Universität und außeruniversitären Forschungseinrichtung) vorgeschlagen werden?
Ja.

4. Können Fachhochschul-Professoren vorgeschlagen werden?
Nein. Der Förderpreis berücksichtigt nur Hochschulen, die im Unterschied zu Fachhochschulen das Promotionsrecht ausüben dürfen.

5. Kann ein Kandidat vorgeschlagen werden, der bereits an einer ausländischen Hochschule eine Professur innehatte?
Ja. Eine Professur im Ausland wird nicht berücksichtigt; der Kandidat kann also vorgeschlagen werden.

6. Kann ein Kandidat vorgeschlagen werden, der schon länger Inhaber einer W2/W3-Professur ist?
Ja. Die Professur muss nicht im laufenden Jahr erfolgt sein. Es gibt keine zeitliche Vorgabe, wie lange die Erstberufung zurückliegen darf.

7. Kann ein Kandidat vorgeschlagen werden, der seine Professur noch nicht angetreten hat?
Ja. Kandidaten können auch vorgeschlagen werden, wenn das Berufungsverfahren noch läuft. Die Ernennung muss nicht bereits erfolgt sein. Der Kandidat muss aber bis zu Beginn des Auswahlverfahrens (Ende April des jeweiligen Jahres) den Ruf angenommen haben. Benötigt wird eine Kopie des Rufannahmeschreibens des Kandidaten mit entsprechenden Angaben.

8. Können Kandidaten jeder Nationalität vorgeschlagen werden?
Ja. Der Kandidat muss aber eine W2/W3-Professur (Erstprofessur; unbefristet oder befristet) an einer deutschen Hochschule innehaben.

9. Darf der Kandidat älter als 38 Jahre sein?
Ja, bei Kandidaten, die Elternzeit in Anspruch genommen haben, wirkt sich diese bei der Altersberechnung günstig aus.

10. Kann ein Kandidat mehrmals vorgeschlagen werden?
Ja. Es gibt mehrere Preisträger, die beim zweiten „Versuch“ Erfolg hatten.

11. Welche Fächer sind mit „Natur- und Ingenieurwissenschaften“ gemeint?
Astronomie
Bauingenieurwesen
Biologie / Biochemie
Chemie
Elektro-, Informations-, Systemtechnik
Geowissenschaften
Informatik
Maschinenbau
Materialwissenschaft / Werkstofftechnik
Mathematik / Statistik
Medizin
Pharmazie / Pharmakologie
Physik
Psychologie
Umweltwissenschaft
Verkehrstechnik, Luft- und Raumfahrt
Veterinärmedizin
Wärme-, Verfahrenstechnik

Zum vorschlagenden Wissenschaftler:

1. Sollte der Vorschlag vom Rektor/Präsidenten einer Universität kommen, oder kann auch der Dekan/Institutsleiter vorschlagen?
Es ist für den Erfolg des Vorschlags nicht ausschlaggebend, dass der Rektor/Präsident ihn vorgelegt hat. Entscheidend ist die fachliche Qualität des vorgeschlagenen Kandidaten.

2. Muss der vorschlagende Wissenschaftler von derselben Universität/Institution kommen wie der Kandidat?
Nein.

3. Kann der vorschlagende Wissenschaftler auch ein Gutachten abgeben?
Ja.

4. Kann ein vorschlagender Wissenschaftler auch mehr als einen Kandidaten vorschlagen?
Ja.

Zu den Gutachten und Referenzen:

1. Wer ist ein geeigneter Verfasser eines Gutachtens? Muss der Gutachter an derselben Universität/Institution sein wie der Kandidat oder ist es günstiger, wenn er von einer anderen Universität/Institution kommt?
Grundsätzlich gibt es hierzu keine Vorgabe. Ratsam ist, dass der Gutachter in seinem Fachgebiet ein möglichst hohes Ansehen genießt (national und international). Ob er an derselben Universität/Institution tätig ist wie der Kandidat, ist unerheblich.

2. Welchen Umfang muss ein Gutachten haben?
Grundsätzlich gibt es hierzu keine Vorgabe. Die hier eingehenden Gutachten sind in der Regel zwischen zwei und vier Seiten lang.

3. Muss ein ausländisches Gutachten ins Deutsche übersetzt werden?
Gutachten auswärtiger Wissenschaftler können auch in englischer Sprache vorgelegt werden.

4. Dürfen Gutachter und Referenz ein und dieselbe Person sein?
Nein. Von den Referenzen wird (zunächst) nichts erbeten. Sie werden nur angefragt, sollte es Rückfragen geben.

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung wünscht viel Erfolg!

Stand: Oktober 2020

Termin und Kontakt