Der Alfried Krupp-Förderpreis

Der Alfried Krupp-Förderpreis wird seit 1986 jährlich für Nachwuchs­wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ausgeschrieben, die in den Bereichen Natur- und Ingenieurwissenschaften eine Erstprofessur an einer deutschen Hoch­schule innehaben. Er gehört zu den am höchsten dotierten Preisen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und wurde bisher an 38 herausragende Nachwuchsforscherinnen und -forscher vergeben.

Die mit 1 Mio. € dotierte Auszeichnung soll die Preisträger während eines Zeitraums von fünf Jahren in die Lage versetzen, sich unabhän­gig von öffentlichen Geldern ein verbessertes Arbeitsumfeld zu schaffen und ihre Arbeit in Forschung und Lehre voranzutreiben.

Die Alfried Krupp-Förderpreisträgerin 2021: Prof. Dr. Monika Aidelsburger

Prof. Dr. Monika Aidelsburger (*1987), geboren in Aichach, studierte Physik und wurde 2015 mit „summa cum laude“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. Nach zwei weiteren Jahren als Post­doktorandin in München, am MPI für Quantenoptik (MPQ) in Garching und am Collège de France in Paris, übernahm sie die Leitung einiger Forschungsgruppen am Lehrstuhl für Quantenoptik von Prof. Immanuel Bloch an der LMU. Seit 2019 hat sie dort eine W2-Professur für Synthetische Quantenmaterie inne.

Die Arbeit von Monika Aidelsburger ist bereits mit hochrangigen Förderungen und Auszeichnungen gewürdigt worden, darunter „Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrates (2018) und Marie Curie Forschungs­stipendium der Europäischen Union (2016). Sie ist u.a. Mitglied der internationalen Datenbank exzellenter Wissenschaftlerinnen „AcademiaNet“, der American Physical Society und der Deutschen Physikalischen Gemeinschaft.

"Ich habe eine innovative Methode realisiert, die es ermöglicht, diese Phänomene im Labor mit ultrakalten Atomen zu simulieren, um so neue Einblicke in die exoti­schen Eigenschaften topologischer Materie zu gewinnen. Damit können insbesondere fundamentale Konzepte untersucht werden, die bisher als rein theoretische, nicht direkt beobachtbare Phänomene galten. "

Prof. Dr. Monika Aidelsburger

Über die Forschung von Monika Aidelsburger

Der Schwerpunkt der Forschung von Monika Aidelsburger liegt auf der Quantensimulation und der experimentellen Untersuchung soge­nannter ultrakalter Quantengase in optischen Gittern. In Festkörpern ist die Messung von Hall-Ablenkungen, die durch das Anlegen eines magnetischen Feldes entstehen, Standard. Bringt man diese Festkörper in einen Bereich, in dem Quantenphänomene eine Rolle spielen, können faszinierende topologische Zustände entstehen, deren Eigenschaften wir bis heute nicht genau verstehen. Aidelsburger hat eine innovative Methode realisiert, die es ermöglicht, diese Phänomene im Labor mit ultrakalten Atomen zu simulieren, um so neue Einblicke in die exoti­schen Eigenschaften topologischer Materie zu gewinnen. Damit können insbesondere fundamentale Konzepte untersucht werden, die bisher als rein theoretische, nicht direkt beobachtbare Phänomene galten. Im Moment arbeitet Aidelsburger an der Entwicklung einer neuen Platt­form, die die Quanten­simulation mit ultrakalten Atomen auf Phäno­mene aus dem Bereich der Quantenelektrodynamik und Teilchenphysik erweitern soll. Für Fachkollegen gehört Monika Aidelsburger zur Welt­spitze der Quantenphysik: Ihre wissenschaftlichen Arbeiten wurden bislang sowohl in internationalen Fachzeit­schriften publiziert als auch rund 5.500 Mal zitiert. Neben ihrer Forschung und Lehre an der LMU, ist sie als Expertin und Mentorin auf internationalen Konferenzen aktiv.

„Monika Aidelsburger hat in ihrer jungen Karriere bereits außergewöhnliche Ergebnisse erlangt. Nicht nur, dass sie eine der meistzitierten Wissenschaftlerinnen auf ihrem Gebiet und damit eine treibende Kraft in der Quantenphysik ist, ihre Forschung wird unsere Zukunft vielleicht grundlegend mitbestimmen. Wir sind froh darüber, sie auf ihrem Weg begleiten zu können.“

Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather, Vorsitzende des Kuratoriums der Krupp-Stiftung

Festakt: Impressionen zur Veranstaltung

Die Verleihung des Alfried Krupp-Förderpreises findet jedes Jahr im Herbst in der Villa Hügel statt. Aufgrund der besonderen pandemischen Rahmenbedingungen fand die diesjährige Verleihung in einem kleinen Rahmen statt. Prof. Ursula Gather, die Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung begrüßte die Festgäste und eröffnete den Abend mit einer Ansprache, die auf das Thema des Festvortrags von Hetty Berg, Direktorin des Jüdischen Museums Berlin, rekurrierte: Das Thema der Vielfalt der Erinnerungen und deren Vermittlung in der Gegenwart beschäftigt auch die Krupp-Stiftung nachhaltig und dauerhaft. Die Aufarbeitung der Geschichte der Familie und Firma Krupp war immer schon ein wichtiger Schwerpunkt innerhalb der Stiftungsarbeit und wird in Form von Publikationen, wissenschaftlichen Ausarbeitungen ebenso wie in der Historischen Ausstellung Krupp im Kleinen Haus der Villa Hügel der Öffentlichkeit präsentiert. Vor Kurzem hat sich die Stiftung bewusst dafür entschieden, die Person ihres Stifters Alfried Krupp von Bohlen und Halbach noch umfassender zu untersuchen und wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Den Rahmen des Abends bildete die Laudatio auf Monika Aidelsburger, die in Filmform gezeigt wurde und die Perspektiven ihrer Weggefährten aufzeigte: Prof. Dr. Immanuel Bloch von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Prof. Dr. Eugene Demler, ETH Zürich ebenso wie die ehemaligen Doktorand*innen Dr. Christian Schweizer und Dr. Karen Wintersperger gaben einen Einblick in die Zusammenarbeit mit Monika Aidelsburger, in ihren Forschungsbereich und skizzierten ihre Persönlichkeit. Die feierliche Übergabe des Förderpreises an Monika Aidelsburger erfolgte durch Isabel Pfeiffer-Poensgen, die NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft.

V.l.n.r.: Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather, Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung, Prof. Monika Aidelsburger, Alfried Krupp-Förderpreisträgerin 2021, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mit Alfried Krupp-Förderpreis Urkunde © Krupp-Stiftung

V.l.n.r.: Hetty Berg, Direktorin des Jüdischen Museums Berlin und diesjährige Festrednerin, Prof. Monika Aidelsburger, Alfried Krupp-Förderpreisträgerin 2021, Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather, Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung © Krupp-Stiftung

V.l.n.r.: Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather, Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung, Prof. Monika Aidelsburger, Alfried Krupp-Förderpreisträgerin 2021, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen © Krupp-Stiftung

Die Preisträgerin des Alfried Krupp-Förderpreises 2021: Prof. Dr. Monika Aidelsburger

Eindrücke der Preisverleihung, Oktober 2021: Blick in die Obere Halle, Villa Hügel.

Eindrücke der Preisverleihung, Oktober 2021: Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather.

Eindrücke der Preisverleihung, Oktober 2021: Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Eindrücke der Preisverleihung, Oktober 2021: Blick in die Obere Halle, Villa Hügel.

Eindrücke der Preisverleihung, Oktober 2021: Festrednerin Hetty Berg, Direktorin des Jüdischen Museums Berlin.

Eindrücke der Preisverleihung, Oktober 2021.

Eindrücke der Preisverleihung, Oktober 2021.

Eindrücke der Preisverleihung, Oktober 2021.

Eindrücke der Preisverleihung, Oktober 2021.

Begrüßungsansprache von Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Gather
Präsentation der Preisträgerin Prof. Dr. Monika Aidelsburger
Festvortrag „Die Vielfalt der Erinnerungen und ihre Vermittlung in der Gegenwart“ von Hetty Berg
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