© Krupp-Stiftung/Peter Gwiazda

Aus dem Archiv: Eine Segelsport-Trophäe aus Meissener Porzellan

Drei Generationen der Familie Krupp – von Friedrich Alfred Krupp, über Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, bis hin zu seinem Sohn Alfried – begeisterten sich für den Segelsport. Zwischen 1906 und 1963 wurden insgesamt sechs Yachten unter dem klingenden Namen Germania für die Familie gebaut. Den sportlichen Höhepunkt erreichte Alfried Krupp von Bohlen und Halbach schließlich bei den Olympischen Spielen 1936, wo er gemeinsam mit seinem fünfköpfigen Team auf der Germania III in der Kieler Bucht eine Bronzemedaille gewann.

„Sturm und Flaute, Regen und Sonnenschein“, so bot sich den Schaulustigen zwei Jahre zuvor die Wetterlage zu Beginn der Berliner Herbstwoche 1934 auf dem Müggelsee. Das Bild, das die 87 Segelboote abgaben, muss einem Meer von gehissten Segeln geglichen haben. In der olympischen 8-m-R-Klasse, der höchsten bei diesem Wettbewerb, trat – mit nur einem Konkurrenten – die zwischen 1934 und 1935 mit 29 Preisen ausgezeichnete Germania II an.

Auf dem Müggelsee errang die Crew, dem wechselhaften Wetter trotzend, insgesamt sechs Auszeichnungen. Darunter befand sich auch der Punktpreis für die besten Leistungen der gesamten Herbstwoche. Bei diesem handelt es sich um eine kurz zuvor von dem Porzellankünstler Emil Paul Börner gestaltete und für ihre Zeit äußerst moderne Vase, die in der Porzellanmanufaktur Meissen gebrannt und als Siegerpokal dekoriert worden ist.

Das bisher im Gebäude der Krupp-Stiftung aufbewahrte Objekt ist wegen seines historischen Wertes vor kurzem in die Objektsammlung des Historischen Archivs Krupp überführt worden. In den geschichtlichen Kontext eingeordnet, ergänzt es dort nun den umfangreichen Bestand an Segelpreisen der Familie Krupp.

Autor: Sebastian Bank M.A., Historisches Archiv Krupp