Krupp-Stiftung ermöglicht Verlegung von Stolpersteinen vor der Essener Philharmonie
Am Dienstagmorgen wurden vor der Philharmonie Essen zwei Stolpersteine für den früheren Konzertmeister der Essener Philharmoniker, Elkan Kosman, und seine Tochter, die Konzertpianistin Lilian Kosman, verlegt. Das europaweite Kunstprojekt „Stolpersteine“ gehört zu den bekanntesten Gedenkprojekten, die an verfolgte, vertriebene und ermordete Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus erinnern und wurde 1992 von dem Künstler Gunter Denning initiiert.
Elkan Kosman war von 1906 bis 1931 Konzertmeister der Essener Philharmoniker und wirkte unter anderem an der Uraufführung von Gustav Mahlers sechster Sinfonie im Jahr 1906 mit. Seine erfolgreiche Laufbahn wurde durch die Entwicklungen der NS-Zeit beendet. 1938 floh er in die Niederlande. Auch seine Tochter Lilian Kosman, eine ausgebildete Musikerin und Musikpädagogin, wurde in ihrer beruflichen Tätigkeit früh eingeschränkt: Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft erhielt sie ab 1934 keine Lehrerlaubnis mehr und durfte nicht mehr öffentlich musizieren. 1938 floh sie gemeinsam mit ihren Eltern in die Niederlande.
In den kommenden Jahren sollen vor der Philharmonie Essen, am Eingang des Stadtgartens fünf weitere Gedenksteine verlegt werden. Das Projekt, das von der Philharmonie Essen initiiert wurde, steht im Zusammenhang mit dem Festival für jüdische Musik TIKWAH, das die Vielfalt jüdischer Musik und Kultur vermittelt. Im Rahmen ihres jahrelangen Engagements zur Förderung der deutsch-jüdischen Verständigung ermöglicht die Krupp-Stiftung die Verlegung der Stolpersteine ebenso wie das Festival.