© Krupp-Stiftung/Peter Gwiazda

Krupp-Stiftung fördert KiTa-Erzieherinnen und Erzieher: Bewegungsfortbildung im März

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung fördert seit 2012 die Bewegungsförderung in Essener Kindertagesstätten. Wegen fehlender Bewegungs- und Spielflächen in Großstädten nimmt die motorische Leistungsfähigkeit ab. Dies hat Koordinations- und Sprachstörungen zur Folge. Das Ziel des Projekts ist die Integration von Bewegung zu einem selbstverständlichen Bestandteil des pädagogischen KiTa-Alltags, ohne einen zusätzlichen Arbeitsaufwand oder Kosten zu verursachen.

Prof. Werner Schmidt, der das Projekt federführend betreut, war Universitätsprofessor für Sportwissenschaft und Sportpädagogik mit dem Schwerpunkt der Kindheitsforschung an der Universität Essen/Duisburg. Der Herausgeber des Deutschen Kinder- und Jugendsportberichts hält Bewegung im Kinderalltag für elementar:

„Ich finde Bewegung für die kindliche Entwicklung fast am wichtigsten. Man darf das nicht nur auf Beweglichkeit oder Motorik beziehen, vielmehr hat es gravierende Auswirkungen auf die sprachliche und kognitive Entwicklung. Das ist auch in neurobiologischen Studien nachgewiesen worden. Insbesondere für dieses wichtige Alter von Kindern von vier bis acht Jahren.“

Am 6. und 7. März hat in Essen eine weitere Fortbildung stattgefunden. Andrea Peters von der KiTa Frintroper Höhe hat daran teilgenommen. Sie macht bereits viel Sport mit ihren KiTa-Kindern, und das liegt ihr sehr am Herzen: „Ich arbeite mit Kindern zusammen, die ein Jahr alt und jünger sind, und die sind natürlich ständig in Bewegung. Die Kinder nehmen das ganze Leben mit der Bewegung quasi in Angriff und daraus entwickelt sich alles.“ Ihre Erwartungen an die Fortbildung waren „neue Ideen, und vor allem neue einfache Ideen.“

Der Grundgedanke der Bewegungsfortbildung ist: Nur das, was man auch praktisch beherrscht, kann man täglich ohne lange Vorbereitung mit den Kindern üben. Um dies zu ermöglichen, wird mit wenigen und leicht verfügbaren Materialien gearbeitet. Innerhalb eines strukturierten Curriculums an jeweils zwei Wochenenden im Jahr bieten Bewegungsexperten in der Praxis erprobte Modelle für die Koordination und das Spielen an – so wird der normale Arbeitsalltag der Erzieherinnen und Erzieher nicht gestört. Gleichzeitig werden Module für Bewegung und Tanz, Sprache, Ernährung sowie Alltagsmaterialien angeboten.

Julien Kalisch ist in seinem Anerkennungsjahr und arbeitet seit einem halben Jahr im Rahmen seiner Ausbildung in der KiTa Farbenland. Er hat bei der Fortbildung gelernt, dass „es von Nachteil ist, wenn man z. B. zu viel oder zu früh Hilfestellung gibt, denn es ist wichtig, dass die Kinder selbst Dinge ausprobieren und lernen.“ Er freut sich, dass er neben neuem Input für praktische Übungen auch einen theoretischen Rahmen vermittelt bekommen hat, der ihm Sicherheit in seinem Berufsalltag gibt.

Anmeldungen für die nächste kostenfreie Fortbildung am 13./14.3.2020 sind möglich unter werner.schmidt@uni-due.de.