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Berthold Beitz Schüler*innenfahrten nach Berlin: Krupp-Stiftung initiiert neues Programm in Kooperation mit der Stadt Essen und dem Jüdischen Museum Berlin

Programm soll im Sinne einer Förderung der deutsch-jüdischen Verständigung die historische Bildung und Urteilskraft junger Menschen stärken

Essen, 26. September 2023 – Am 26. September 2023 wäre Berthold Beitz, der langjährige Vorsitzende der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, 110 Jahre alt geworden. Um diese außerge­wöhn­liche Persönlichkeit zu würdigen, legt die Krupp-Stiftung ein Programm auf: Die „Berthold Beitz Schüler*innenfahrten nach Berlin“ ermögli­chen Essener Schulklassen im Sinne der deutsch-jüdischen Verständi­gung eine Fahrt nach Berlin, unter anderem in das Jüdische Museum Berlin und an weitere Erinnerungsorte der national­sozialistischen Diktatur. Berthold Beitz rettete im Zweiten Weltkrieg hunderten jüdischen Menschen das Leben und wurde in Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. Die deutsch-jüdische Verstän­di­gung bildet bis heute einen der wichtigsten Schwerpunkte innerhalb der Stiftungsarbeit.

 

Berthold Beitz Schüler*innenfahrten nach Berlin

 

In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Essen und in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin haben ab dem Schuljahr 2024/2025 bis zu zehn Essener Klassen der Jahrgangsstufen 9 bis 13 pro Jahr die Möglichkeit, im Klassenverbund nach Berlin zu reisen.

 

Die Förderung der Krupp-Stiftung beläuft sich auf 300.000 Euro und ist auf drei Jahre angelegt. Die Schulklassen können sich bei der Stadt Essen bewerben und werden spätestens Anfang 2024 ausgewählt. Die Ausschreibung wird vom Fachbereich Schule der Stadt Essen in Kürze veröffentlicht. Die Förderung umfasst die An- und Abreise, bis zu drei Übernachtungen mit Verpflegung und die Eintrittsgelder sowie Führungen in den ausgewählten Museen und Gedenkstätten. Im Zentrum der Fahrt stehen Führungen sowie Workshops im Jüdischen Museum Berlin. Zudem werden die Klassen mit Informationsmaterial zu optionalen Erinnerungsorten wie etwa der Topographie des Terrors, dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas, der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und Orten der historischen Bildung wie dem Deutschen Historischen Museum ausgestattet. Eine Verankerung des Programms auch im Essener Stadtraum mit Anbindung an die Alte Synagoge oder das Haus der Essener Geschichte ist vorgesehen.

 

Junge Menschen sind besonders der Gefahr der Desinformation ausge­setzt: Fake News und für politische Zwecke manipulierte Kommuni­kation im digitalen Raum sind heute ebenso an der Tagesordnung wie aufkommender Rassismus. Dies birgt Gefahren für das Demokratie­ver­ständnis ebenso wie für die Entwicklung von Zivilcourage. So soll das Programm dazu beitragen, die historische Urteilskraft der jungen Menschen zu schärfen, ganz im Sinne der Notwendigkeit, sich mit der Vergangenheit zu befassen, um die Zukunft gestalten zu können.

 

Die Stiftung sieht sich dazu in einer besonderen Verantwortung: Sie trägt den Namen von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, der in Nürnberg unter anderem wegen Verbrechen im Zusammenhang mit Zwangsarbeit verurteilt wurde. So sind Aufarbeitung und Bildungs­arbeit integraler Bestandteil der Stiftungsarbeit seit ihrer Gründung: Als jüngste Initiative hat die Stiftung 2022 ein unabhängiges Forschungs­projekt ins Leben gerufen, das die Haltung ihres Stifters und Namensgebers im National­sozialismus aufarbeiten soll.

 

Berthold Beitz

 

Berthold Beitz war ein Visionär, als Unternehmer wie als Vorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (1968-2013). In dieser Position trug er maßgeblich zur Förderung von Bildung, Kultur, Wissenschaft, Gesundheitswesen und Sport bei und setzte sich für die Nachwuchsförderung sowie die deutsch-jüdische Verständigung ein. 1953 wurde Berthold Beitz Generalbevollmächtigter von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach und baute das Unter­nehmen Krupp wieder auf. Während des Zweiten Weltkrieges schützte Berthold Beitz hunderte jüdische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter vor der Deportation und sicherte ihnen damit das Überleben. Für sein selbstloses Handeln wurde er in Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.

 

Über die Krupp-Stiftung

 

Die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung fördert seit 1968 Menschen und Projekte in Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft, Gesundheit und Sport und hat sich dafür bisher mit 690 Mio. € engagiert. Stifter ist der letzte Alleininhaber der Firma Fried. Krupp, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, dessen Vermögen auf die von ihm errichtete Stiftung überging. Als größte Aktionärin der heutigen thyssenkrupp AG verwendet die Stiftung die ihr aus ihrer Beteiligung zufließenden Erträge ausschließlich für gemeinnützige Zwecke. Mit ihrer Arbeit setzt sie Akzente in der Wissenschafts- und Hochschul­entwicklung, sie möchte zur Völkerverständigung beitragen und die Ausbildung junger Generationen verbessern. Einer der wichtigsten Schwerpunkte der Stiftungsarbeit ist die deutsch-jüdische Verständigung, die sich in Projekten wie etwa dem Bau des Jüdischen Museums Berlin, der Förderung von Tagungen oder Forschungs­projekten, wie der Untersuchung der Rolle von Papst Pius XII. in der Zeit des Zweiten Weltkrieges, ausdrückt.

 

Weitere Informationen: https://www.essen.de/bb_schulfahrten

 

Bewerbungen für das Schuljahr 2024/2025 bis 31. Januar 2024 per E-Mail an: wettbewerb@schulen.essen.de

 

Kontakt Krupp-Stiftung

 

Barbara Wolf
Leiterin Kommunikation, strategische Entwicklung und Transformation
Mobil: +49 (0)162 49 51 225
E-Mail: wolf@krupp-stiftung.de

 

Kontakt Presseamt Essen

 

Silke Lenz
Pressesprecherin, Leiterin Presse- und Kommunikationsamt
Telefon: +49 (2) 01 88 88011
E-Mail: silke.lenz@presseamt.essen.de