Jahresprogramm 2026
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Krupp-Stiftung fördert im Essener Norden die Gründung eines der ersten Schulsportvereine deutschlandweit

Modellprojekt der Gustav-Heinemann-Gesamtschule ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe durch Sport

Essen, 13. Mai 2026 – Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung fördert die Gründung eines Schulsportvereins an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule im Essener Stadtteil Schonnebeck. Ausgangspunkt ist der niedrige Anteil der Schüler*innen, die im Vereinssport aktiv sind: Unter zehn Prozent der Jungen und weniger als fünf Prozent der Mädchen an der Gustav-Heinemann-Schule sind Mitglied in einem Sportverein. Damit zielt das Projekt insbesondere darauf ab, Schüler*innen aus sozial schwachen Umfeldern den Zugang zu Sport zu erleichtern und so auch ihre gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Die Grundlage für den Schulsportverein ist das seit einem Jahr erfolgreich erprobte Projekt „Open Area“, ein offenes Sportangebot für die Altersgruppe von zehn bis 18 Jahren, das von jungen Erwachsenen angeleitet und unter der Leitung von Prof. Dr. Ulf Gebken, Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen durchgeführt wird.

 

RISE e.V. Schulsportverein für Essen

 

Der Name des ab Mai 2026 gegründeten Schulsportvereins „RISE“ steht für Respect, Inclusion, Strength und Education. Neu angemeldete Schüler*innen an der Gesamtschule werden automatisch Vereinsmit-glieder für einen Jahresbeitrag in Höhe von 1 €. Mit dem Verein möchte Schulleiter Lukas Rüenauver den Grundstein für eine nachhaltige Vereinsaktivität der Kinder und Jugendlichen legen: „Der Verein soll in erster Linie den Spaß an Bewegung wecken. Er dient als eine Art Starthilfe und vermittelt im Idealfall die jungen Menschen an andere Essener Sportvereine weiter, wo sie eine Sportart ihrer Wahl betreiben können.“ Mit der kürzlich eröffneten neuen Sporthalle der Gustav-Heinemann-Gesamtschule steht dem Schulsportverein an drei Tagen in der Woche und am Wochenende eine moderne Infrastruktur zur Verfügung. Angeleitet wird das Training von Studierenden der Universität Duisburg-Essen und bietet Angebote wie Basketball, Tanz, Akrobatik oder Jonglage. Für Mädchen sollen zudem reine Mädchen-Kurse angeboten werden, um ihr Interesse gezielt zu wecken. Auf diese Weise sollen die Kinder und Jugendlichen positive Erfahrungen in Bewegung, Spiel und Gemeinschaft sammeln. Die Elternpflegschaft begrüßt das Vorhaben ausdrücklich. Ideelle Unterstützung erfährt die Schule durch die Dirk Nowitzki-Stiftung, die sich dafür einsetzt, Sporthallen für Basketball spielende Kinder zu öffnen.

 

„Das Projekt bietet auch Studierenden, die in der Funktion der Coaches arbeiten, die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Die oftmals Lehramtsstudierenden können bereits vorhandenes pädagogisches Wissen anwenden. Darüber hinaus werden sie geschult und durchlaufen verschieden Evaluationsprozesse“, betont Prof. Dr. Ulf Gebken, Professor für Sozialwissenschaften des Sports. Auch das gesamte Projekt erfährt verschiedene Evaluationsprozesse, die in einem jährlichen Abschlussbericht zusammengefasst werden.

 

Vorläufer: Schulsportvereine in Oldenburg und Hamburg

 

Erfahrungen mit der Gründung von Schulsportvereinen mit offenen Sportangeboten liegen bisher vorrangig aus Oldenburg und Hamburg vor. In Hamburg haben mehr als 90 Prozent der Schüler*innen eine Mitgliedschaft im Verein „Stadtteil in Bewegung e.V.“.  Der Verein übernimmt das Management der Schulsporthallen und bietet Trendsportarten an. Der Oldenburger Verein „Bewegung im Stadtteil am Flötenteich e.V.,“ fungiert primär als Durchführender von Sportprojekten neben dem Schulsport. Essen wird somit zu einer der wenigen Städte Deutschlands mit einem Schulsportverein. Gleichzeitig ist Essen der erste Standort, an dem ein Schulsportverein in einem sozial schwachen Gebiet und unter Beteiligung der Sportwissenschaften entsteht. Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, bestätigt das Potenzial: „Das Projekt kann als Modell verstanden werden, das Potenziale für eine nationale Ausweitung in sich birgt.“ Auch die sich gerade im Bau befindende und benachbarte Gesamtschule Altenessen-Süd könnte von dem Projekt profitieren.

 

Open Area als Ausgangspunkt

 

Das offene Bewegungsprogramm „Open Area“ läuft nunmehr seit einem Jahr in Essen und bietet die Chance, unabhängig von sozialen oder finanziellen Hürden, an regelmäßigen, niedrigschwelligen Sportangeboten teilzunehmen. Neben Basketball wird auch Tanz und Akrobatik angeboten. Da das Projekt bislang nur Outdoor stattfinden konnte, soll die Vereinsgründung, in deren Trägerschaft „Open Area“ übergeht, für eine Verstetigung sorgen.

 

Bedeutung des Sports für Kinder- und Jugendliche

 

Laut Erhebungen des Robert Koch-Instituts erreichen bundesweit nur rund acht Prozent der Mädchen und 16 Prozent der Jungen das empfoh­lene tägliche Aktivitätsniveau von 60 Minuten. Die niedrigs­ten Aktivitäts­werte sind bei Jugendlichen aus sozial schwachen Strukturen zu finden. Mit „Open Area“ und der Gründung des Schulsportvereins soll diesem Trend entgegengewirkt werden. Es ist vielfach belegt – nicht zuletzt durch den im Jahr 2020 von der Krupp-Stiftung herausgegebenen „Vierten Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht“ –, dass sich Bewegung und Sport positiv auf die Entwicklung sowie die physi­sche und psychische Ge­sundheit von Heranwachsenden auswirken. „Die Krupp-Stiftung engagiert sich seit Jahren im Bereich des Sports, dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Kinder- und Jugend­sport. Dass neben der physischen und kognitiven Leis­tungsfähigkeit auch die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Ju­gendlichen durch sportliche Aktivität gesteigert wird, ist uns besonders wichtig“, so Dr. Michaela Muylkens, Mitglied des Vorstands der Krupp-Stiftung.

 

Gustav-Heinemann-Gesamtschule

 

Die Gustav-Heinemann-Gesamtschule im Essener Stadtteil Schonnebeck ist mit 1.350 Schüler*innen die zweitgrößte Gesamtschule der Stadt. Mit einem Sozialindex von 8 und mehr als 65 Pro­zent der Schülerschaft mit einem Migrationshintergrund, bewegt sich die Schule in einem herausfor­dernden Umfeld. Rund 30 Pro­zent der Kinder im Essener Norden stammen aus Familien, die sozi­ale Leistungen empfangen (im Vergleich: Essen 17 Prozent), und mehr als 50 Prozent der unter-18-Jährigen weisen einen Mig­rati­onshintergrund auf (im Vergleich: Essen 39 Prozent). Die Korrela­tion der finanziellen Situation mit sprachlichen und kulturellen Barrieren er­schwert vermutlich ein Zugang zu Bewegungsangeboten, wie die Situa­tion an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule zeigt.

 

Über die Krupp-Stiftung

 

Die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung fördert seit 1968 Menschen und Projekte in Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft, Gesundheit und Sport und hat sich dafür bisher mit rund 700 Mio. € engagiert. Als größte Aktionärin der thyssenkrupp AG verwendet die Stiftung die ihr aus ihrer Unternehmensbeteiligung zufließenden Erträge ausschließlich für gemeinnützige Zwecke und verfolgt das Ziel, neue Entwicklungen anzuregen sowie zu Kreativität und Engagement zu ermutigen. Dabei ist die Förderung von Kindern und Jugendlichen integraler Bestandteil der Stiftungstätigkeit.

 

Kontakt

 

Barbara Wolf
Leiterin Kommunikation, strategische Entwicklung, Transformation
Mobil: +49 (0)162 49 51 225
E-Mail: wolf@krupp-stiftung.de