Jahresprogramm 2026
Alle Pressemitteilungen Krupp-Stiftung vergibt drei Förderpreise im Programm „Kataloge für junge Künstler*innen“

Krupp-Stiftung vergibt drei Förderpreise im Programm „Kataloge für junge Künstler*innen“

Essen, 14. Januar 2026 – Im Rahmen ihres Programms „Kataloge für junge Künstler*innen“ vergibt die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in diesem Jahr drei Förderpreise. Die jeweils mit bis zu 40.000 € dotierten Auszeichnungen erhalten Cihan Çakmak, Joshua Leon und Adriana Ramić. Die Preisträger*innen stellen im Museum Morsbroich in Leverkusen, im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf und im Portikus in Frankfurt am Main, sowie im Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin aus. Die Jury bestand aus Dr. Elena Agudio, Leiterin der Villa Romana, Florenz, Prof. Dr. Ursula Ströbele, Professorin für Kunstwissenschaft mit dem Schwerpunkt Kunst der Gegenwart an der HBK Braunschweig, Dr. Nico Anklam, Direktor der städtischen Museen der Stadt Recklinghausen, und Dr. Matthias Mühling, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München.

 

Über die Künstler*innen

 

Das künstlerische Werk von Cihan Çakmak (*1993) ist geprägt von persönlichen Erfahrungen und autobiografischen Erzählungen, die die Künstlerin in Fotografien, Video- und Soundarbeiten sowie Zeichnungen zum Ausdruck bringt. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Fragen nach Identität, traumatischen Prägungen, feministi­scher Selbstermächtigung, Migration und Empowerment. Dabei geht es auch um Themen wie Herkunft und familiäre Geschichte, normative Geschlechter- und Rollenbilder sowie Wege, intergenera­tionale Traumata zu durchbrechen. Çakmak macht da­mit nicht nur ihre eigene Geschichte sichtbar, sondern gibt in ihrer Kunst auch denjenigen eine Stimme, die im gesellschaftlichen Dis­kurs häufig marginalisiert sind. Mit dem Katalog wird erstmals eine umfassende Monografie zu Cihan Çakmak vorliegen, die an ihr 2025 erschiene­nes Künstlerbuch „Ez fraktal / I am similar“ anknüpfen wird. Die Ausstellung „Cihan Çakmak. like a warrior“ ist vom 12. Juli bis 8. November 2026 im Museum Morsbroich in Leverkusen zu sehen.

 

Der Künstler Joshua Leon (*1990) verbindet in seiner künstleri­schen Praxis ortsspezifische Archivrecherche mit textbasiertem Ar­beiten. Persönliche Erinnerungen und historische Forschung sind dabei ebenso Referenzpunkte, wie lokale kulturelle Praxen. Aus­gangspunkt seines Projekts ist die Auseinandersetzung mit jüdi­schem Leben und Familiengeschichte, darunter die Arbeit seiner Mutter als Kostümbildnerin, wie auch das Schneiderhandwerk und der Textilhandel in Geschichte und Gegenwart. Als zweiteilige, simultan stattfindende Ausstellung und Publikation wird Leons Pro­jekt von Februar bis Mai 2027 gemeinsam vom Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, und dem Portikus, Frankfurt am Main, realisiert. Es handelt sich um seine ersten institutionellen Einzelpräsentationen außerhalb Großbritanniens und zugleich die erste Kooperation der beiden Häuser. Der Katalog ist als zentrale Verbindung der beiden Ausstellungen konzipiert und stellt Joshua Leons künstlerisches Werk und Schreiben erstmals umfassend vor.

 

Adriana Ramić (*1989) erhält mit ihrer Ausstellung im Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin ihre erste institutio­nelle Einzelausstellung in Deutschland. In ihren multidisziplinären, konzeptionellen Arbeiten untersucht die Künstlerin transkulturelle und hybride Wissensformen sowie digitale Ökologien. Dabei verhan­delt sie mehr als menschliche Entitäten ebenso wie post-migranti­sche Narrative. Im Zentrum des Katalogkonzepts stehen die kriti­sche Reflektion und Re-Konfiguration gesellschaftsbezogener Sys­teme der Informations- und Bildkulturen, die aktuell durch Künstli­che Intelligenz und Deep Fake mehr denn je auf den Prüfstand ge­stellt sind. Dies spiegelt sich in der Gestaltung des Katalogs wider, etwa in KI-gestütztem Layout und Textkompositionen. Zu sehen ist die Schau von Adriana Ramić vom 31. Januar bis 12. April 2026.

 

Das Förderprogramm „Kataloge für junge Künstler*innen“

 

Die Krupp-Stiftung rief das Programm „Kataloge für junge Künstler*innen“ 1982 ins Leben, um Nach­wuchskünstler*innen die Produktion ihres ersten eigenen Katalogs und seit 2001 auch die Ausstellung ihrer Werke zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen Museen und Ausstellungshäuser ermutigt wer­den, neue und innovative Aus­stellungskonzepte zu entwickeln. Im zweijährigen Rhythmus fördert die Stiftung bis zu drei Ausstel­lungsvorhaben und die dazu gehöri­gen Kataloge mit jeweils bis zu 40.000 €.

 

 

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

 

Die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung fördert seit 1968 Menschen und Projekte in Kunst und Kultur, Bil­dung, Wissenschaft, Gesundheit und Sport und hat sich dafür bis­her mit rund 700 Mio. € engagiert. Als größte Aktionärin der heuti­gen thyssenkrupp AG verwendet die Stiftung die ihr aus ihrer Un­ternehmens­beteiligung zufließen­den Erträge ausschließlich für ge­meinnützige Zwecke und verfolgt das Ziel, neue Entwicklungen an­zuregen sowie zu Kreativität zu ermutigen.

 

 

Kontakt

Barbara Wolf
Leiterin Kommunikation, strategische Entwicklung, Transformation
Mobil: +49 (0)162 49 51 225
E-Mail: wolf@krupp-stiftung.de