Krupp-Stiftung vergibt drei Förderpreise an junge Künstler*innen in Höhe von je bis zu 25.000 Euro

Essen, 1. Dezember 2020 – Im Rahmen ihres Programms „Kataloge für junge Künstler“ vergibt die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung drei Förderpreise in Höhe von je bis zu 25.000 Euro. Die Auszeichnungen erhalten in diesem Jahr Carolyn Lazard, Elif Saydam und James Gregory Atkinson. Die Jurymitglieder Valerie Knoll, Direktorin der Kunsthalle Bern, Dr. Matthias Mühling, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München und Janneke de Vries, Direktorin des Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen entschieden einstimmig.

 

In dieser durch die Corona-Pandemie geprägten Zeit, in der umfangreiche Beschränkungen die Kunst und Kultur betroffen haben, ist es der Krupp-Stiftung besonders wichtig, an dem etablierten Programm festzuhalten und junge Künstlerinnen und Künstler in ihrem Wirken zu unterstützen.

 

Die Künstler*innen
Carolyn Lazard (*1987 in Kalifornien) wird vom 13. März bis 6. Juni 2021 im Kunstverein Braunschweig ausstellen. In Lazards künstlerischer und politisch-aktivistischer Arbeit steht die Idealisierung von Gesundheit, Effizienz und Leistungsbereitschaft auf dem Prüfstand. So thematisiert Lazard, wie die täglich spürbaren Folgen eigener Erkrankungen mit Ambitionen und Lebensplanungen, aber auch kunst- und gesellschaftsimmanenten Produktions- und Selbstvermarktungszwängen zu vereinbaren sind. In Text-, Video-, Raum- und Soundarbeiten ergründet Lazard dabei neue Formen der Fürsorge und Solidarisierung, die ebenso zentral für Lazards Wirken in dem Künstler_innenkollektiv Canaries sind.

 

Ausgehend von der Malerei widmet sich Elif Saydam (*1985 in Calgary), die vom 30. Januar bis 25. April 2021 im Kunstverein Harburger Bahnhof ausstellen wird, der Beziehung zwischen Geschmack und Klasse. Das Dekorative, wie sie es in der ottomanischen Miniaturmalerei ebenso findet wie in den emotionsgeladenen Symbolen des Alltags, nutzt sie dabei als transgressives Potential. Saydams Arbeiten werfen Fragen auf nach Identität, Arbeit und sozialen Kämpfen in einer konsumorientierten, neoliberalen Welt.

 

Das Werk von James Gregory Atkinson (*1981 in Bad Nauheim) verhandelt in Filmen, Collagen, Fotografien und Skulpturen Modelle afro-deutscher, afro-amerikanischer und queerer Identität. Mode, Literatur, Musik und Fotografien dienen dem Künstler dabei als Material zur Auseinandersetzung mit ambivalenten Begriffen wie Geschlecht, Klasse, Hautfarbe und einer postkolonialen Gegenwart. Seine Arbeiten spielen mit tradierten Erwartungshaltungen, Maskierungen und der Inszenierung des sozialen Status oder der Künstleridentität. Atkinson stellt vom 6. Februar bis 24. April 2021 im Dortmunder Kunstverein aus.

 

Das Förderprogramm „Kataloge für junge Künstler“
Seit 1982 fördert die Krupp-Stiftung mit dem Stipendienprogramm Nachwuchskünstler*innen, um ihnen einen eigenen Katalog zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen Museen und Ausstellungshäuser ermutigt werden, neue und innovative Ausstellungskonzepte zu entwickeln. Jährlich werden drei Ausstellungsvorhaben und die dazu gehörigen Kataloge mit bis zu 25.000 Euro gefördert.

 

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung fördert seit 1968 Menschen und Projekte in Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft, Gesundheit und Sport und hat sich dafür bisher mit 680 Mio. € engagiert. Als Vermächtnis von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach und als größte Aktionärin des heutigen thyssenkrupp Konzerns verwendet die Stiftung die ihr aus ihrer Unternehmens-beteiligung zufließenden Erträge ausschließlich für gemeinnützige Zwecke und verfolgt das Ziel, neue Entwicklungen anzuregen sowie zu Kreativität und Engagement zu ermutigen. Mit ihrer Arbeit setzt sie Akzente in der Wissenschafts- und Hochschulentwicklung, sie möchte Chancengleichheit ermöglichen, zur Völkerverständigung beitragen und die Ausbildung junger Generationen verbessern. Die Stiftung ist Eigentümerin der Villa Hügel, des ehemaligen Wohn-hauses der Familie Krupp, deren Fortbestand sie für die Öffentlichkeit sichert.

 

Kontakt
Barbara Wolf
Leiterin Kommunikation
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