Ab 30. April 2027 in der Villa Hügel: Krupp-Stiftung zeigt „Memphis“ und zeitgenössisches Design
Ausstellung MAKING SENSE OF THINGS vereint Werke der Gruppe Memphis mit Arbeiten zeitgenössischer Gestalter*innen
Essen, 03. September 2026 – Vom 30. April bis 15. August 2027 zeigt die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in der Villa Hügel die Ausstellung MAKING SENSE OF THINGS. Die Schau vereint Werke der Gruppe Memphis aus den frühen 1980er-Jahren mit Arbeiten von acht international renommierten Gestalter*innen. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Design als kulturelle Praxis. Sie erzählt von Designobjekten und den Ideen, Haltungen und Fragestellungen, aus denen sie entstehen. Eigens für die Ausstellung produzierte Filminterviews eröffnen gemeinsam mit den ausgestellten Werken vielfältige Einblicke in die Studios, Arbeitsweisen und das Denken der acht beteiligten Gestalter*innen.
Zu sehen sind Werke von Ettore Sottsass, Martine Bedin, Michele De Lucchi, George J. Sowden, Marco Zanini und Masanori Umeda aus den frühen Jahren von Memphis, sowie von Konstantin Grcic, Nathalie Du Pasquier, Formafantasma, Jonathan Muecke, Muller Van Severen, Mats Theselius, Chris Kabel und Julie Richoz. Kuratiert wird die Ausstellung von Prof. Uwe Fischer, renommiertem Gestalter und emeritiertem Professor für Industrial Design an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
Memphis
Memphis wurde 1981 von einer Gruppe um Ettore Sottsass gegründet und zählt zu den einflussreichsten Designbewegungen des späten 20. Jahrhunderts. Die Bewegung formulierte eine scharfe Kritik an einer nahezu alle Lebensbereiche durchdringenden konsumorientierten Industriegesellschaft. Aufbauend auf Ideen des Radical Design und der 1976 in Mailand gegründeten Gruppe Alchimia entstanden Objekte, die sich bewusst einer stilistischen Kategorisierung und einem funktionalen Verständnis von Design widersetzten. Im Vordergrund standen grundlegende Fragen nach der kulturellen Bedeutung und der Rolle des Designs in einer postindustriellen Gesellschaft.
MAKING SENSE OF THINGS
Die Ausstellung MAKING SENSE OF THINGS schlägt eine Brücke zwischen den frühen Arbeiten der Gruppe Memphis und acht Positionen des zeitgenössischen Designs. Sie zeigt, inwieweit das Streben nach Bedeutung jenseits des reinen Nutzwerts unter sich wandelnden gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Bedingungen weiterhin eine Motivation für Gestalter*innen ist. Die eigens für die Ausstellung entstandenen Filminterviews sind dabei ein wesentlicher Bestandteil des Ausstellungskonzepts. Gemeinsam mit den gezeigten Arbeiten machen sie die Gedanken und Entscheidungen sichtbar, die den Entwürfen vorausgehen. In der historischen Atmosphäre der Villa Hügel entsteht so ein vielschichtiger Spannungsbogen zwischen den Objekten der Gruppe Memphis und den Arbeiten der Gegenwart.
Zu den präsentierten zeitgenössischen Werken zählen Konstantin Grcics Thing_04, Julie Richoz‘ Fabric Lamp sowie Objekte aus der Projektserie Ore Streams von Formafantasma, die sich mit den ökologischen und gesellschaftlichen Folgen des globalen Elektroschrottkreislaufs auseinandersetzen. Nathalie Du Pasquier, Mitbegründerin von Memphis, ist mit Werken wie Construction 1 und der Keramikserie Coppie di Fatto Black vertreten. Unter den gezeigten Arbeiten der Gruppe Memphis befinden sich einige ihrer bekanntesten Entwürfe, darunter Ettore Sottsass‘ Raumteiler Carlton (1981), Masanori Umedas skulpturaler Tawaraya Ring (1981) sowie Peter Shires Sessel Bel Air (1982). Die Leihgaben stammen aus nationalen und internationalen Museen sowie privaten Sammlungen.
Weitere Informationen: www.villahuegel.de
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung fördert seit 1968 Menschen und Projekte in Kunst und Kultur, Wissenschaft, Bildung, Gesundheit und Sport und hat sich dafür bisher mit rund 715 Mio. € engagiert. Als größte Aktionärin der thyssenkrupp AG verwendet die Stiftung die ihr aus ihrer Unternehmensbeteiligung zufließenden Erträge ausschließlich für gemeinnützige Zwecke. Seit Jahrzehnten unterstützt die Stiftung in ihrem Satzungsbereich Kunst und Kultur künstlerischen Nachwuchs mit Stipendienprogrammen, ermöglicht den Erwerb von Sammlungen für Museen und realisiert Publikationen ebenso wie Ausstellungen – etwa in der Villa Hügel, deren Eigentümerin die Stiftung ist. Die Villa Hügel, ehemaliges Wohnhaus der Unternehmerfamilie Krupp, wurde in den 1950er-Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ist heute ein Ort der Begegnung, der Geschichte und der Kunst.
Kontakt
Barbara Wolf
Leiterin Kommunikation, strategische Entwicklung und Transformation
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E-Mail: wolf@krupp-stiftung.de