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Migration im Museum: Junge Kuratoren machen Wechselspiel zwischen Kultur und Migration greifbar

Krupp-Stiftung kooperiert bei Förderprogramm „Kulturelle Vielfalt und Migration“ mit Museen in Dresden, Duisburg und Leipzig

Essen, 9. Februar 2016. –  Kultur ist ohne Migration nicht denkbar. Die kulturelle Einzigartigkeit einer Gesellschaft entwickelt sich seit jeher auch durch den Zuwachs an Neuem, das Zuwanderer in sie hineintragen, und den Wandel, der entsteht, wenn Auswanderer Traditionen mit sich fortnehmen. Die kulturgeschichtlichen Museen in Deutschland sind der Hort zahlloser Artefakte, Dokumente und Belege über diese Zusammenhänge zwischen Migration und kultureller Vielfalt. Gleichwohl bedarf es vielerorts noch der wissenschaftlichen Aufbereitung dieser Bestände. Zudem fehlt es häufig an Konzepten für Ausstellungen, Veranstaltungen und museumspädagogische Maßnahmen, mit denen die gesellschaftliche Bedeutung von Migration einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden kann.

Im Sommer 2013 fanden sich daher vier große deutsche Stiftungen – darunter die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung – zu einer Förderinitiative mit der Zielsetzung zusammen, junge Geisteswissenschaftler in der Museumsarbeit zum Thema kulturelle Vielfalt und Migration auszubilden. Die Idee: Ein zweijähriges Stipendium soll es Hochschulabsolventen ermöglichen, jeweils ein halbes Jahr lang in verschiedenen kulturhistorischen Museen zu arbeiten und Konzepte zur Präsentation migrationsgeschichtlicher Zusammenhänge zu entwickeln. Die Stipendiaten sollten selbst im Idealfall aus einer Migrantenfamilie stammen und muttersprachliche Kenntnisse des Türkischen bzw. einer ost- oder südeuropäischen Sprache besitzen.

Nach sorgfältiger Auswertung der Ergebnisse des ersten Stipendienzyklus‘ kamen die beteiligten Stipendiaten, Museen und Stiftungen zu dem Ergebnis, dass das Förderprogramm erneut ausgeschrieben werden sollte. Aus Sicht der Krupp-Stiftung, so deren Kuratoriumsvorsitzende Ursula Gather, habe das Programm geradezu den „Nerv der Zeit“ getroffen: „Zu Beginn des Programms im Januar 2014 konnte man kaum voraussehen, welche Aktualität das Thema Migration und kulturelle Vielfalt kurze Zeit später entwickeln würde. Umso mehr freut es uns, dass wir mit dieser Förderung gerade jetzt einen nachhaltigen Beitrag dazu leisten, das Verständnis für die Bedeutung von Migration auch in der Geschichte unseres Landes zu vertiefen.“

Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung schreibt daher einen weiteren Stipendienzyklus „Kulturelle Vielfalt und Migration“ aus und bittet um Bewerbungen von Hochschulabsolventen der Kunst-, Kultur- oder Geschichtswissenschaften. Die Stipendien laufen von Juni 2016 bis Mai 2018 und sind mit je 30.000 € dotiert. Kooperierende Museen sind das Stadtmuseum Dresden, das Kultur- und Stadthistorische Museum Duisburg und das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig.