Jahresprogramm 2026
Alle Pressemitteilungen Neues mit 1,5 Mio. € dotiertes Förderprogramm ImPulsRuhr verzeichnet 300 Anträge in erster Ausschreibungsrunde

Neues mit 1,5 Mio. € dotiertes Förderprogramm ImPulsRuhr verzeichnet 300 Anträge in erster Ausschreibungsrunde

Krupp-Stiftung fördert 48 Projekte aus dem Ruhrgebiet mit Fokus auf den Wandel

Essen, 17. Juni 2026 – Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung verzeichnete eine enorme Resonanz auf ihr 2025 neu initiiertes Förder­programm „ImPulsRuhr“. Das Programm ist mit 1,5 Mio. € dotiert und richtet sich in zwei Ausschreibungsrunden an gemeinnützige Institutionen mit dem Ziel, den Wandel in der Region zu stärken. Aus 300 eingegange­nen Anträgen in der ersten Runde bewilligte die Stiftung nun 48 Projekte aus 19 Ruhrgebietsstädten – darunter 75 Prozent Antragstel­ler*innen, die bislang noch nicht von der Stiftung gefördert wurden. Unterstützt werden Einzelvorhaben mit 1.000 bis 20.000 € so­wie Kooperati­onsprojekte mit bis zu 30.000 €. Insgesamt en­gagiert sich die Stiftung für die Projekte der ers­ten Ausschreibungsrunde mit rund 819.000 €.

 

„Das Spektrum der Themen unter den eingereichten Anträgen ist vielfäl­tig. Es reicht von der Förderung gesellschaftlicher Teilhabe und sozialen Zusammenhalts über den kulturellen Austausch, die Kunst und Kulturver­mittlung bis hin zu Sport und Gesundheitsförderung. Wir gewinnen so ei­nen guten Überblick über die Bedarfe der Region und können mit dem Programm gezielt darauf reagieren“, so Dr. Michaela Muylkens, Mitglied des Vorstands der Krupp-Stiftung. Zahlreiche Anträge weisen darüber hin­aus weitere Anknüpfungspunkte an Themen wie Integration, Demokratie­bildung und Antidiskriminierung so­wie Umwelt und Nachhal­tigkeit auf. Alle fünf Satzungsbereiche der Stif­tung – Wissenschaft, Bil­dung, Kunst und Kultur, Gesundheit und Sport – werden adressiert, wobei Projekte aus dem Bildungsbereich besonders stark vertreten sind.

 

Gustav-Heinemann-Schule (Mülheim a. d. R.) fördert demokrati­sche Beteiligung mit „Demokratie auf dem stillen Örtchen“

 

Im Zentrum des demokratiestärkenden Projekts steht die Neugestaltung der sanierungsbedürftigen Schultoiletten, die aus mehreren Zukunfts­werkstätten hervorgegangen ist und in die die Schüler*innen aktiv einbe­zogen werden. Über die digitale Beteiligungsplattform AULA werden inno­vative Maßnahmen online in Foren diskutiert und in analogen Beteili­gungsformaten wie dem quartalsweise stattfindenden „Roten Salon“ so­wie in Design Thinking-Prozessen konkretisiert. Die gemischten Gruppen aus Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen entwickeln gemeinsam Proto­typen und erproben praxisnahe Lösungen. Die Schüler*innen sollen dabei lernen, Projekte ganzheitlich umzusetzen, Verantwortung für Entschei­dungspro­zesse und Mitgestaltung zu übernehmen und so demokratische Kompe­tenzen aufbauen.

 

„YES SHE CAN“ der Altstadtschmiede e. V. Recklinghausen erhöht Sichtbarkeit von FLINTA in künstlerischen Berufen

 

Das Projekt „YES SHE CAN“, das im Jugendzentrum angesiedelt ist, richtet sich an marginalisierte Gruppen im männlich geprägten Kulturbereich. Da­bei werden junge FLINTA (Frauen, Lesben, interge­schlechtliche, Nichtbi­näre, Trans- und Agender-Personen) unter 27 Jahren dazu ermutigt, künstleri­sche Ausdrucksformen zu entwickeln, eigene Projekte umzuset­zen und sich zu vernetzen. Im Jugendzentrum wurde zuletzt eine Domi­nanz von männlichen Jugendlichen sowie eine zunehmend diskriminie­rende und konservative Einstellung gegenüber jungen Frauen und nichtbi­nären Per­sonen verzeichnet. Durch professionelle Begleitung, nied­rig-schwel­lige Zu­gänge und gemeinschaftsorientierte Arbeitsformen sollen Em­powerment, Sichtbarkeit und nachhaltige Strukturen für FLINTA in Mu­sik, Literatur und Kunst geschaffen werden.

 

„Neben dem Pferd laufen ist nicht reiten“ – ein Projekt des Caritasverbands Witten e. V. gegen Scham

 

Das Vorhaben der Caritas im Marienviertel Witten richtet sich an chro­nisch kranke, arme und/oder einsame Menschen, die in ihrem Alltag auf nichtmedizinische Unterstützung ange­wiesen sind. Der Wohlfahrtsver­ein arbeitet bereits seit Jahren mit einer Hausarztpraxis zusammen, die das sog. „Soziale Rezept“ an ihre Pati­ent*innen ausgibt. Diese kön­nen sich da­mit an die Caritas wenden, um Unterstützung für ihren Alltag zu erhalten – von Maßnahmen gegen Ein­samkeit, über Unterstützung bei der Grund­sicherung bis hin zu Hilfe im Haushalt. 50 Prozent der Betroffenen neh­men diese Hilfe jedoch nicht in Anspruch – aus Scham. Um für das Thema „Scham“ und „beschämt wer­den“ zu sensibilisieren, sollen nun ermuti­gende Maßnahmen und scham­vermeidende Settings erprobt werden. Das Projekt soll mit einem Best-Practice-Leitfaden abschließen, der bundes­weit umsetzbar ist.

 

Mit „Virtual Reality goes School“ erschließt Universität Duisburg-Essen neue Sportarten und erweitert schulische Möglichkeiten

 

Das Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Du­isburg-Essen sowie die Lise-Meitner-Gesamtschule Duisburg und das Steinbart-Gymnasium Duisburg möchten mit ihrem Kooperationsprojekt Potenziale und Grenzen des Einsatzes von Virtual Reality zur Vermittlung von Bewegungskompetenzen im Sportun­terricht erproben und evaluieren. Dabei sollen insbesondere wenig sportaffine Schüler*innen angesprochen werden und so einen Einstieg in sportliche Aktivitäten finden. Die Ange­bote umfassen sowohl Aktivitäten, die in der Schule oder auch aus Sicher­heitsgründen schwer umsetzbar sind, etwa Winter­sportarten, Boxen oder Klettern, aber auch Sportarten, bei denen gezielt Techniken eingeübt wer­den können, wie z.B. Kopfbälle beim Fußball. Das Vorhaben erweitert die strukturellen wie räumlichen Möglichkeiten des Schulsportunterrichts.

 

„Grab’em by the Wahrheit“ der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule (Ennepe-Ruhr-Kreis) schärft Urteilsvermögen gegen Fake News

 

Im Zentrum des Projekts steht der Aufbau eines Newsrooms, in dem Schü­ler*innen Nachrichten in Form von Video, Podcast oder Arti­keln produzie­ren können. Die Jugendlichen sollen darüber nicht nur Kom­petenzen für die eigenen Produktionen erwerben, sondern auch ihr Ur­teilsvermögen für Inhalte in sozialen Medien schärfen: Sie sollen dazu be­fähigt werden, Fake News zu erkennen, journalisti­sche Qualitätsstandards zu verstehen, Demo­kratie im Alltag zu erleben, aber auch digitale Hand­lungssicherheit zu ge­winnen und eigenen Positio­nen Ausdruck zu verlei­hen. Flankiert wird das Projekt von einem Makerspace, in dem Schü­ler*innen Techniken für Foto-, Video- und Audio­produktion erlernen kön­nen.

 

Zweite Ausschreibungsrunde und Engagement in der Region

 

Seit ihrer Gründung engagiert sich die Krupp-Stiftung mit einer Vielzahl an Projekten in der Region. Mit „ImPulsRuhr“ initiierte sie ein Pro­gramm, das strukturell in die Region hinein­wirken soll. Die zweite Ausschreibungs­runde ist bereits gestartet. Anträge können noch bis zum 18. Sep­tember 2026 ausschließlich online eingereicht werden. Bewerben können sich ge­meinnützige Institutionen und Vereine sowie Kommunen und öffentli­che Einrichtungen, etwa Schulen, KITAs, Wohlfahrtsver­bände, Museen und Hochschulen mit Sitz im Ruhrgebiet (Regionalverband Ruhr). Gefördert werden Vorhaben, die konkrete Bedarfe in der Region aufgreifen und neue Wege in die Zukunft weisen. Vorausset­zung ist, dass es sich um neue Pro­jektideen handelt, die noch nicht be­gonnen ha­ben und sich in einem der fünf Förderbereiche der Stiftung be­wegen.

 

Informationen: https://krupp-stiftung.de/foerderprogramm-impulsruhr/

 

Anträge können ausschließlich online eingereicht werden.

 

Online-Bewerbungsportal: https://antrag.krupp-stiftung.de/

 

Ausschreibungsrunde 2: Ab 15. Juni bis 18. September 2026

 

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

 

Die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung för­dert seit 1968 Menschen und Projekte in Kunst und Kultur, Bil­dung, Wis­senschaft, Gesundheit und Sport und hat sich dafür bis­her mit rund 700 Mio. € engagiert. Als größte Aktionärin der thyssenkrupp AG verwendet die Stiftung die ihr aus ihrer Unterneh­mensbeteiligung zufließenden Er­träge ausschließlich für gemein­nützige Zwecke und verfolgt das Ziel, neue Entwicklungen anzure­gen.

 

Kontakt

 

Barbara Wolf

Leiterin Kommunikation, strategische Entwicklung, Transformation

Mobil: +49 (0)162 4951225

E-Mail: wolf@krupp-stiftung.de