Wir trauern um Reimar Lüst

Der langjährige Wegbereiter, brillante Wissenschaftler und Freund der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Reimar Lüst, ist im Alter von 97 Jahren verstorben.

Reimar Lüst war so untrennbar mit der Krupp-Stiftung verbunden wie kaum eine andere Persönlichkeit: Seit 1978 war er Mitglied des Kuratoriums, seit 2013 als stellvertretender Vorsitzender. Seit dessen Gründung im Jahr 1985 leitete er den Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung. In diesen beiden zentralen Gremien war er ein unverzichtbarer Ratgeber, Gestalter und Netzwerker für die Stiftung, deren zentrales Anliegen die Förderung von Wissenschaft in Forschung und Lehre ist. Besonders lag ihm dabei die Unterstützung von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Herzen, die er mit seiner Forschungsexpertise und Erfahrung bei ihrem Werdegang engagiert begleitete. Mit seinen profilierten Kenntnissen der Wissenschaftslandschaft gestaltete er die Arbeit der Stiftung entscheidend mit, gab uns immer wieder wichtige Anregungen und Impulse zur Weiterentwicklung der Fördertätigkeit und bereicherte unsere Gespräche ungemein mit seiner von Neugier und Frohsinn bestimmten Persönlichkeit.

„Immer hat er sich mit Herz und Verstand für die Belange der Stiftung eingesetzt. Er war ein sehr erfahrener Ratgeber, ein aufmerksamer Unterstützer und vor allem ein großer Menschenfreund. Wir haben ihm viel zu verdanken und werden ihn sehr vermissen.“ Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather, Vorsitzende des Kuratoriums

Reimar Lüst wurde am 25. März 1923 in Wuppertal-Barmen geboren. 1949 schloss er sein Studium der Physik an der Universität Frankfurt am Main ab, 1951 promovierte er an der Universität Göttingen und habilitierte 1959 an der Universität München. Es folgte ein beeindruckender Werdegang: 1960 wurde Lüst zum Wissenschaftlichen Mitglied des Max-Planck-Instituts für Physik und Astrophysik in München berufen. 1963 wurde er Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München. Von 1969 bis 1972 war er Vorsitzender des Wissenschaftsrates, von 1972 bis 1984 Präsident der Max‐Planck‐Gesellschaft, von 1984 bis 1990 Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, von 1989 bis 1999 Präsident der Alexander von Humboldt‐Stiftung und von 1999 bis 2004 Vorsitzender des Boards der International University in Bremen.
Reimar Lüst wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem großen Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland, mit dem Titel des „Offiziers der Ehrenlegion“ von Frankreich, zahlreichen Ehrendoktorwürden und Ehrenprofessuren und mit der Benennung eines Asteroiden nach seinem Namen. Reimar Lüst war in zweiter Ehe bis zu ihrem Tod 2017 mit Nina Grunenberg-Lüst verheiratet. Aus seiner ersten Ehe mit Rhea Lüst hat er zwei Söhne.