40 Jahre Alfried Krupp-Förderpreis: Physiker Raphael Wittkowski wurde mit dem Alfried Krupp-Förderpreis 2026 ausgezeichnet
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hat den Physiker Prof. Dr. Raphael Wittkowski mit dem Alfried Krupp-Förderpreis 2026 ausgezeichnet. Der Preis, der in diesem Jahr sein 40. Bestehen feiert, ist eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland und ein Beispiel für beständige Wissenschaftsförderung. Der 38-Jährige Wittkowski ist seit 2025 Professor für die Theorie Aktiver Weicher Materialien an der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der RWTH Aachen University. Er ist zudem Mitglied der Wissenschaftlichen Leitung des DWI – Leibniz-Institut für Interaktive Materialien.
Die mit 1,1 Mio. € dotierte Auszeichnung überreichte Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in der Villa Hügel.
„Der Alfried Krupp-Förderpreis 2026 würdigt in seinem Jubiläumsjahr Prof. Raphael Wittkowski und seine ambitionierte Arbeit auf dem noch jungen Gebiet der Aktiven weichen Materie. Raphael Wittkowski hat grundlegende Effekte Aktiver weicher Materie entdeckt, bedeutende Modelle entwickelt und Methoden der Statistischen Physik vorangetrieben.“, so Prof. Ursula Gather, Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung. „Dank seiner Forschung haben utopistische Ansätze, die bislang allenfalls in Science-Fiction abgebildet wurden, Einzug in die Wissenschaft gehalten, mit dem Ziel, neue innovative Anwendungen in Medizin und Technik zu etablieren. Die Krupp-Stiftung freut sich sehr, Raphael Wittkowski auf seinem Weg der Entwicklung autonomer schallangetriebener Mikrosysteme und programmierbarer Materialien beim Transfer von der Theorie in die Anwendung zu begleiten.“
Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes MdL sagt: „Der Alfried Krupp-Förderpreis gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen für junge, aufstrebende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland. In seiner 40-jährigen Tradition zeigt sich, dass die Preisträgerinnen und Preisträger damit wegweisende, oft risikoreiche Forschungsideen umsetzen konnten, wie einen präziseren Transport von Wirkstoffen zu kranken Zellen. Ich gratuliere Prof. Dr. Wittkowski herzlich zu der diesjährigen Ehrung. Der Preis würdigt zugleich die große Innovationskraft von Natur- und Ingenieurwissenschaften einschließlich Medizin, die den Menschen spürbare Verbesserungen und unserem Land mehr technologische Unabhängigkeit bringen werden.“
Im Zentrum der Arbeit von Prof. Dr. Raphael Wittkowski stehen insbesondere Mikrosysteme mit eigenem Antriebsmechanismus, die mithilfe von Ultraschall gesteuert werden. Er hat u. a. eine Methode entwickelt, mit der eine große Anzahl akustisch angetriebener Mikropartikel an ein vorgegebenes Ziel gesteuert werden kann. Mit diesen Fortschritten hat Prof. Wittkowski eine Basis für künftige medizinische Anwendungen akustisch angetriebener Mikropartikel gelegt, etwa zum Transport von Wirkstoffen an ein bestimmtes Ziel im Körper, um die Nachteile einer systemischen Wirkstoffverteilung zu vermeiden. Ein Beispiel ist die herkömmliche Chemotherapie, deren Nebenwirkungen primär aus der systemischen Verteilung der Wirkstoffe im Körper resultieren, die auch gesundes Gewebe angreifen.