Jahresprogramm 2026
Aktuelles Ilinca Fechete und Andrzej Steinbach erhalten Stipendium der Krupp-Stiftung für „Zeitgenössische deutsche Fotografie“
Eine Person im Portrait die einen Handspiegel neben ihrem Kopf in Richtung Kamera hält. Dort spiegelt sich der Raum und der Fotograf auf dem Kopf.
Andrzej Steinbach, Industriespiegel, 2024 | © Andrzej Steinbach, VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Ilinca Fechete und Andrzej Steinbach erhalten Stipendium der Krupp-Stiftung für „Zeitgenössische deutsche Fotografie“

Die Krupp-Stiftung vergibt in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang zwei Stipendien im Rahmen des Programms „Zeitgenössische deutsche Fotografie“. Eine international besetzte Jury entschied sich aus mehr als 300 Bewerbungen für die Projektvorschläge „Oram Littoris Primi Lego“ von Ilinca Fechete und „Gesichtsmaske“ von Andrzej Steinbach. Fechete und Stein­bach erhalten je 13.000 Euro, um die eingereichten Projekte umzusetzen.

Ilinca Fechete (*2002 in Târgu Mureș, Rumänien, lebt in München)

Fechete richtet in ihren transmedialen Forschungen den Blick auf verschiedene Materiali­täten von Papieren, die heute nicht mehr produziert werden. Nach lang­wierigen Recherchen bei Herstellern und Distributoren hat sie für ihre Ar­beit Kleinstmengen und Restbestände zusammengetragen. In händischen Prozessen und mithilfe eines selbstgebauten Druckers entstand der mehr­teilige Werk- und Recherchezyklus „Oram Littoris Primi Lego“. Fechete, die 2025 bei Hito Steyerl diplomiert wurde, wird mit dem ausgezeichneten Projekt­vorhaben ein neues, experimentelles, fotografisches „Buchwerk“ realisie­ren. Dieses soll sowohl als physisches und greifbares Objekt als auch in Form abgeleiteter, unikaler Werke für den Ausstellungsraum entstehen.

Andrzej Steinbach (*1983 in Czarnkow, Polen, lebt in Berlin)

Steinbach beschäftigt sich seit mehreren Jahren in fotografischen und kuratorischen Projekten mit der Semantik fotografischer Bilder. Mit teils ambivalent aufgeladenen Ausformungen forciert er seinen künstlerischen Blick darauf, wie wir auf Einzelbilder, Abfolgen und Serien von Körpern, Haltungen und Objekten schauen. Welchen Ausdruck und welche Zuschreibungen finden sich in unterschiedlichen Darstellungsformen von Figuren und Gesten? In seinem ausgezeichneten Projekt „Gesichtsmaske“ richtet Steinbach seinen Blick auf das fotografische Porträt und geht der Frage nach, ob das menschli­che Antlitz in mechanischen Bildern möglicherweise der apparativen Logik von Maschinen folgt.

Mitglieder der diesjährigen Jury waren:

– Sophia Greiff, Co-Head of Program und Kuratorin C/O Berlin

– Sophie Haslinger, Direktorin Fotomuseum Winterthur

– Takashi Homma, Fotograf, Tokio

– Dr. Ingomar Lorch, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen

– Thomas Seelig, Leiter Fotografische Sammlung, Museum Folkwang, Essen

Die Krupp-Stiftung vergibt die Stipendien zur Förderung zeitgenössischer deutscher Fotografie seit 1982 in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang. Das Förderprogramm richtet sich an Fotograf*innen, die unabhängig von einer Auftragsarbeit ein fotografisches Vorhaben über einen längeren Zeitraum erarbeiten.