Krupp-Stiftung vergibt drei Förderpreise im Programm „Kataloge für junge Künstler*innen“
Im Rahmen ihres seit 1982 laufenden Programms „Kataloge für junge Künstler*innen“ vergibt die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in diesem Jahr drei Förderpreise. Die jeweils mit bis zu 40.000 € dotierten Auszeichnungen erhalten Cihan Çakmak, Joshua Leon und Adrianna Ramić. Die Preisträger*innen stellen im Museum Morsbroich in Leverkusen, im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf und im Portikus in Frankfurt am Main sowie im Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin aus. Die Jury bestand aus Dr. Elena Agudio, Leiterin der Villa Romana, Florenz, Prof. Dr. Ursula Ströbele, Professorin für Kunstwissenschaft mit dem Schwerpunkt Kunst der Gegenwart an der HBK Braunschweig, Dr. Nico Anklam, Direktor der städtischen Museen der Stadt Recklinghausen, und Dr. Matthias Mühling, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München.
Über die Künstler*innen
Das künstlerische Werk von Cihan Çakmak (*1993) ist geprägt von persönlichen Erfahrungen und autobiografischen Erzählungen, die die Künstlerin in Fotografien, Video- und Soundarbeiten sowie Zeichnungen zum Ausdruck bringt. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Fragen nach Identität, traumatischen Prägungen, feministischer Selbstermächtigung, Migration und Empowerment. Mit dem Katalog wird erstmals eine umfassende Monografie zu Cihan Çakmak vorliegen, die an ihr 2025 erschienenes Künstlerbuch „Ez fraktal / I am similar“ anknüpfen wird. Die Ausstellung „Cihan Çakmak. like a warrior“ ist vom 12. Juli bis 8. November 2026 im Museum Morsbroich in Leverkusen zu sehen.
Der Künstler Joshua Leon (*1990) ) verbindet künstlerische Praxis mit textbasierten Arbeiten. Im Zentrum seiner Ausstellung steht ein einziges Foto aus dem Fotoarchiv der Mutter. Der Künstler behandelt davon ausgehend jüdische Identität und Familiengeschichte, und blickt dabei auf die Arbeit der Mutter als Kostümbildnerin ebenso wie auf das Schneiderhandwerk und den Textilhandel. Die Ausstellung wird von Februar bis Mai 2027 gemeinsam vom Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, und dem Portikus, Frankfurt am Main, realisiert. Es handelt sich um seine ersten institutionellen Einzelpräsentationen außerhalb Großbritanniens und zugleich die erste Kooperation der beiden Häuser. Der Katalog ist als zentrale Verbindung der beiden Ausstellungen konzipiert und stellt Joshua Leons künstlerisches Werk und Schreiben erstmals umfassend vor.
Adriana Ramić (*1989) erhält mit ihrer Ausstellung im Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. In ihren multidisziplinären, konzeptionellen Arbeiten untersucht die Künstlerin transkulturelle und hybride Wissensformen sowie digitale Ökologien. Dabei verhandelt sie mehr als menschliche Entitäten ebenso wie post-migrantische Narrative. Im Zentrum des Katalogkonzepts stehen die kritische Reflektion und Re-Konfiguration gesellschaftsbezogener Systeme der Informations- und Bildkulturen, die aktuell durch Künstliche Intelligenz und Deep Fake mehr denn je auf den Prüfstand gestellt sind. Dies spiegelt sich in der Gestaltung des Katalogs wider, etwa in KI-gestütztem Layout und Textkompositionen. Zu sehen ist die Schau von Adriana Ramić vom 31. Januar bis 12. April 2026.