Salon am Hügel am 30. August, 18 Uhr: Das neue Bild vom Menschen. Digital. Virtuell. Posthuman?

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Salon am Hügel“ diskutieren am 30. August in der Villa Hügel die Künstlerinnen Patricia Detmering und Vivian Greven mit Anna Fricke, Kuratorin für Zeitgenössische Kunst des Museum Folkwang und Christian Faubel, Künstler und Professor für Smart Connected Products über Thesen und Ideen digitaler Kunst und Technologie zum künftigen Verhältnis von Mensch und Maschine. Die Veranstaltung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung wird moderiert von Magdalena Kröner, Journalistin, Essayistin, Kunstwissenschaftlerin und Thomas Mann Fellow der Krupp-Stiftung. Der Salon am Hügel wird als Live-Stream übertragen.

Die Runde der Diskutant*innen zeichnet sich dadurch aus, dass Kunst, Technologie, Theorie und Praxis zusammenfinden: Patricia Detmering arbeitet an der Schwelle von Virtualität, künstlicher Intelligenz und analogen Konzepten: Ihre jüngst prämierte Arbeit „Aporia“ ist eine virtuelle Welt, die sich über Algorithmen selbst entwickelt. Vivian Grevens Malerei ist charakteristisch für unsere von Internet und Social Media geprägte Gegenwart: Ihre Figuren wirken skulptural, die glatte Haut erinnert an Marmor und spiegelt das Verlangen nach einer perfekten Ästhetik in einer digitalen Zeit wider. Anna Fricke kuratierte 2019 die Ausstellung „Der montierte Mensch“, die den Blick auf das Verhältnis zwischen Mensch und Technik der letzten 120 Jahre richtete. Der Künstler und Wissenschaftler Christian Faubel vermittelt in seinen Kunstwerken, Workshops und Performances Erkenntnisse über Selbstorganisation, Emergenz oder Embodiment entlang einer ästhetischen Dimension. Magdalena Kröner, die das Gespräch moderiert, forscht als Fellow der Stiftung im Thomas Mann House an zentralen Schnittstellen von digitaler Technologie, Kunst und Kultur und hat so eine Verbindung zur Krupp-Stiftung.

Die interdisziplinäre Runde nimmt die neuen Bilder vom Menschen in den Blick, die in einem digitalen Bildkosmos entstehen. Social Media und die leichte Verfügbarkeit von Technologie, dazu gesellschaftliche Strömungen wie Diversität, neue Modelle von Gender und Repräsentation – das alles führt zu neuen digitalen und realen Identitäten, die mit Hilfe von Biometrie, künstlicher Intelligenz und virtueller Realität geschaffen werden. Alles um uns herum ist digital, wir benutzen digitale Technologie im Alltag zumeist, ohne sie zu verstehen: Sie greift in unsere Körper ein, verändert die Art, wie wir kommunizieren, die Welt wahrnehmen und unseren Alltag organisieren. Die Podiumsgäste diskutieren unter anderen, was es für Künstler*innen bedeutet, in einer digitalen Gegenwart zu leben und welche Möglichkeiten, Chancen und Abgründe durch diese neuen digitalen Bilder vom Menschen auf­kommen ebenso darüber wie innovative Lösungen von Kunst und Technologie zu den daraus entstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen aussehen könnten.

Mit der Reihe „Salon am Hügel“ möchte die Krupp-Stiftung Akzente in den Bereichen Kunst und Kultur ebenso wie Wissenschaft setzen, die zugleich Teil ihres Förderengagements sind. Seit Jahrzehnten fördert die Stiftung Ausstellungen, unterstützt Künstler*innen und angehende Kurator*innen sowie Nachwuchswissenschaftler*innen. Der Salon ist eine Plattform, um die im Rahmen der Fördertätigkeit aufkommenden Themen zu vertiefen und die entstandenen Verbindungen zu Künstler*innen, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen weiterzuführen.