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Kulturstiftung Ruhr

Kulturstiftung Ruhr

Die 1984 gegründete Kulturstiftung Ruhr versteht sich als Initiatorin und Trägerin künstlerischer und kultureller Aktivitäten von Rang, in erster Linie international bedeutender kunst- und kulturgeschichtlicher Ausstellungen. Sie hat ihren Sitz in der Villa Hügel und verantwortet neben ihrer Ausstellungstätigkeit den Besucherdienst der Villa Hügel und begleitet Restaurierungsprojekte.

Enstehungsgeschichte

1984 gründete Prof. Dr. h.c. mult. Berthold Beitz, bis zu seinem Tod 2013 Vorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Kulturstiftung Ruhr. Diese will laut Satzung „dem kulturellen Leben im Ruhrgebiet neue Impulse geben und Maßstäbe und Ziele setzen“. Nach dem Willen des Stifters sollte ihre Gründung „das Ruhrgebiet wieder enger mit den internationalen geistigen Kraftfeldern verbinden“, „erneut seine Tradition als bedeutende Kulturlandschaft bestätigen“ und damit jene Resignation zu überwinden helfen, die das geistige Leben in den Industriegroßstädten in den 1980er-Jahren zu lähmen begann.

Schwerpunkte

Zwischen 1986 und 1994 standen die Ausstellungen der Kulturstiftung Ruhr unter dem Thema „Europäische Metropolen“. Sie sollten in einer Periode weitgehend undurchlässiger europäischer Grenzen zwischen Ost und West die Erinnerung an die gemeinsamen Wurzeln der europäischen Tradition wachhalten. Damit gewannen sie, neben ihrer hohen kunst- und kulturgeschichtlichen Bedeutung, zusätzlich eine politische Dimension. Die Ausstellungen bis 2006 beschäftigten sich im Wechsel mit flämischer Malerei und asiatischer antiker Kunst. 2018 stand mit Josef Albers zum ersten Mal ein Künstler der Moderne im Fokus der Ausstellungsmacher und eröffnete damit eine neue Perspektive in der Villa Hügel. Diesem neuen Leitgedanken folgend, präsentierte die Kulturstiftung Ruhr im Jahr 2021 eine Ausstellung zu Martin Kippenberger in der Villa Hügel. Damit setzt die Kulturstiftung Ruhr die von der Familie Krupp 1953 begründete Tradition der Publikumsausstellungen bis heute erfolgreich fort.

Engagement der Stiftung

Die Krupp-Stiftung und die Kulturstiftung sind historisch und räumlich eng miteinander verbunden. Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung als Eigentümerin der Villa Hügel und die Kulturstiftung Ruhr arbeiten erfolgreich gemeinsam daran, die Villa Hügel auch zukünftig für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sie zu erhalten und das historische Erbe zu bewahren. Dafür fördert die Krupp-Stiftung den Ausstellungsbetrieb der Kulturstiftung Ruhr.

Aktuelle Förderungen

150 Jahre Hügel

Im Jahr 2023 wird die Villa Hügel mit dem sie umgebenden Park 150 Jahre alt. Für das begleitende Programm hat die Stiftung 250.000 € bereitgestellt. Mit dem Jubiläum möchte die Krupp-Stiftung die Villa und den umgebenden Park noch mehr stärker als einen offenen, für alle Generationen zugänglichen und interessanten Ort präsentieren. Dabei verfolgt die Stiftung einen partizipatorischen und zeitgemäßen Ansatz, um möglichst viele Menschen aktiv einzubinden. Neben der Digitalisierung des Hügels inklusive einer Augmented Reality App und der Zugänglichmachung besonderer Räume, die zuvor nicht öffentlich gezeigt werden konnten, möchte die Stiftung die Eigenheiten des denkmalgeschützten Areals für eine Lichtkunstintervention nutzen. Wissenschaftliche Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen ebenso wie ein Filmprogramm runden die Jubiläumsplanungen ab.

Martin Kippenberger Ausstellung

Die Kulturstiftung Ruhr wurde von der Krupp-Stiftung für die Durchführung einer Ausstellung von Künstlerbüchern und Plakaten von Martin Kippenberger in der Villa Hügel mit bis zu 350.000 € gefördert. Unter dem Titel „Vergessene Einrichtungsprobleme in der Villa Hügel“ präsentierte die Kulturstiftung Ruhr in 2021 rund 120 Bücher, 100 Plakate und zwei Installationen des Künstlers Martin Kippenberger (1953-1997). Der ungewöhnliche Titel zitiert ein Künstlerbuch, das Kippenberger 1996 anlässlich einer Ausstellung in der Villa Merkel in Esslingen schuf. Alle gezeigten Bücher und Plakate befinden sich im Besitz des Museum Folkwang. Einen Großteil der Künstlerbücher hat das Museum mit zwei Förderungen der Krupp-Stiftung erwerben können.