Institutionen Margarethe Krupp-Stiftung

Margarethe Krupp-Stiftung

Margarethe Krupp-Stiftung

Die 1906 von Margarethe Krupp gegründete Margarethe Krupp-Stiftung verknüpft seit über 100 Jahren privatwirtschaftliches und kommunales Engagement: Sie ist ein eigenständiges Immobilienunternehmen mit rund 3.100 Wohnungen und über 60 Gewerbeeinheiten auf 65 Hektar Grundbesitz in Essen, der sogenannten Margarethenhöhe. Die Margarethenhöhe, benannt nach der Stifterin, galt schon während ihrer Entstehungszeit zwischen 1909 und 1938 als Paradebeispiel einer modernen Siedlung. Die Gartenstadt ist ein Denkmal von europäischem Rang. Bis heute ist die Margarethe Krupp-Stiftung die größte Wohnungsstiftung Deutschlands.

Entstehungsgeschichte

Das Unternehmen Krupp kümmerte sich schon früh um die Wohnsituation seiner Arbeiter. In den 1870er Jahren lässt Alfred Krupp verstärkt Werkswohnungen und Werkssiedlungen bauen. Sein Sohn Friedrich Alfred führt das Sozialwerk fort. Nachdem er 1902 verstirbt, wird seine Tochter Bertha Erbin des Unternehmens Krupp. Da sie noch minderjährig ist, übernimmt ihre Mutter Margarethe Krupp die Aufgaben. Margarethe Krupp erwirbt ein umfangreiches zusammenhängendes Gelände im Essener Südwesten – die spätere Margarethenhöhe – und legt trotz zeitweiser treuhänderischer Konzernleitung Priorität auf die Fortführung der Wohlfahrtpflege. Am 15. Oktober 1906 heiratet Bertha Krupp den preußischen Diplomaten Gustav von Bohlen und Halbach. Aus Anlass der Vermählung stellt Margarethe Krupp den nördlichen Teil des Besitzes, etwa 50 Hektar, für die Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge zur Verfügung. Zusätzlich spendet sie eine Millionen Mark für das ehrgeizige Projekt. Am 1. Dezember 1906 erfolgt die Unterzeichnung der Stiftungsurkunde. 1909 beginnt der Bau. Attraktive Wohnungsbedingungen, nicht nur für Angestellte und Mitarbeiter des Krupp-Konzerns, sind das Ziel. Bis 1938 entsteht schließlich die Siedlung in 29 Bauabschnitten unter Federführung des Architekten Georg Metzendorf. Die Margarethenhöhe, aus Dankbarkeit vom Essener Stadtrat benannt nach der Stifterin, zählt zu den ersten sogenannten Gartenstädten.

Schwerpunkte

Die Margarethe Krupp-Stiftung ist ein eigenständiges Immobilienunternehmen, das als eine der bekanntesten Vermieterin Essens gilt. Heute bewirtschaftet die Margarethe Krupp-Stiftung rund 3.100 Wohneinheiten in 935 Häusern (davon 420 Einfamilienhäuser) und über 60 Gewerbeeinheiten (Praxen, Restaurants, Einzelhandel, Hotel, Kindergärten und weitere Gewerbebetriebe) auf der Margarethenhöhe. Die Margarethenhöhe ist ein Stadtteil im Essener Süden, nahe des Grugaparks.

Der heutige Gebäudebestand der Stiftung setzt sich  neben der „Alten“ Margarethenhöhe, bestehend aus dem denkmalgeschützten und dem denkmalnahen Bereich, dem Lührmannwald sowie der „Neuen“ Margarethenhöhe (Bauzeit 1962-1966, 1971-1980) nach Plänen von Dr. Wilhelm Seidensticker.

Verbindung zur Krupp-Stiftung

Die Margarethe Krupp-Stiftung und die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung sind eigenständige, in unterschiedlichen Feldern aktive Stiftungen, deren Handeln sich auch an gemeinnützigen Grundsätzen ausrichtet. Durch ihre historischen Wurzeln sind beide Stiftungen eng miteinander verbunden und stehen in einem ständigen Dialog miteinander. Unter anderem entsendet die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung fünf Mitglieder in den Aufsichtsrat der Margarethe Krupp-Stiftung, der die Arbeit des Vorstands und die satzungstreue Entwicklung des Unternehmens begleitet, berät und kontrolliert.