Institutionen Germania VI

Germania VI

Germania VI

Die Germania VI ist die letzte Segelyacht von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach. Nach seinem Wunsch wurde die Yacht 1963 als Mannschaftsschiff für weltweite Fahrten konzipiert, um jungen Seglerinnen und Seglern die Gelegenheit zur Ausbildung im Hochsee- und Regattasegeln zu geben. Die Krupp-Stiftung unterhält die Germania VI seit 1972. Seither konnte mehr als 3.300 jungen segelbegeisterten Menschen das Hochseesegeln ermöglicht werden.

Historie

Die Geschichte der Germania-Yachten begann 1908 mit der Germania I, die Gustav Krupp von Bohlen und Halbach nach Entwürfen von Max Oertz auf der Kruppschen Germania-Werft in Kiel bauen ließ. Das Schiff gewann in den nächsten Jahren viele internationale Regatten und war maßgeblich am Aufbau des guten Rufes des deutschen Rennyachtbaues beteiligt. Vier weitere Yachten der Germania-Familie erzielten in den 1930er- und 1950er-Jahren beachtliche sportliche Erfolge, an denen Alfried Krupp als leidenschaftlicher Segler selbst aktiv beteiligt war. 1962 gab er die Germania VI in Auftrag, die bis heute die Tradition des Segelns der Familie Krupp fortführt. Die Germania VI wurde 1963 als erste ganzgeschweißte Aluminium-Yacht der Welt nach Plänen von Sparkman & Stevens, New York, auf der Werft von Abeking & Rasmussen in Lemwerder bei Bremen gebaut. Sie weist eine Segelleistung von bis zu 15000 Seemeilen pro Jahr auf. Jährlich nutzen 120 bis 150 junge Amateursegler*innen die Möglichkeit, an Bord das Hochseesegeln zu lernen. Liegeplatz der Yacht ist Kiel, ihr Segelrevier überwiegend die Ost- und Nordsee. Mehrfach hat sie an den Regatten Newport (Rohde Island) – Bermuda sowie Buenos Aires – Rio de Janeiro teilgenommen. Dreimal segelte sie bei Transatlantikregatten mit; aus Anlass der 200-Jahr-Feier der USA nahm die Germania VI an der Rundreise Kiel – Bahamas – New York – Boston – Plymouth – Kiel teil. Weitere Fahrten führten ins Mittelmeer, an die Westküste Afrikas, zur Ost- und Nordküste Südamerikas sowie zu den Karibischen Inseln. Auch bei den Olympischen Segelwettbewerben hat sie Flagge gezeigt: 1972 in Kiel, 1980 in Tallinn/Reval, 1992 in Barcelona, 1996 vor der Ostküste der USA und 2012 vor Weymouth.

Schwerpunkte

Die Schulungsyacht Germania gibt jedes Jahr jungen segelbegeisterten Menschen die Möglichkeit, Erfahrungen im Hochseesegeln auf einem traditionsreichen, robusten und gut ausgestatteten Schiff zu sammeln. Sie sind dabei Teil eines erfahrenen Teams und können an Bord seglerische und persönliche Grenzen erfahren und erweitern. Unter Anleitung lernen sie, Verantwortung für sich, andere und das Schiff zu übernehmen. Das erlernte Wissen weiterzugeben, gehört zur Tradition des Schiffes. Anfragen zur Aufnahme in die Crew können formlos gestellt werden. Üblicherweise liegt das Alter der Mitsegler*innen zwischen 18 und 30 Jahren.

Engagement der Stiftung

Nach der Übereinkunft zwischen dem 1986 verstorbenen Sohn des Stiftungsgründers Alfried Krupp, Arndt von Bohlen und Halbach, und dem damaligen Vorsitzenden des Kuratoriums der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz, ging die Yacht 1972 in den Besitz der Stiftung über. Seitdem unterhält die Stiftung das Schiff und fördert die Instandhaltung sowie die Ausbildung junger Seglerinnen und Segler im Rahmen des Satzungsbereiches Sport.

Aktuelle Auszeichnungen

Berthold Beitz Cup

Im Rahmen der Kieler Woche 2021 wurde die Germania VI als schnellste große Kreuzeryacht mit dem seit 2019 ausgelobten Berthold-Beitz-Cup ausgezeichnet.

Silberner Globus

2019 wurde die Crew der Germania VI mit dem Silbernen Globus für ihre in diesem Jahr durchgeführte Reise nach Island geehrt. Die 1120 Seemeilen lange Reise führte die junge Crew von Bergen über die Färöern zur isländischen Südküste und schließlich nach Reykjavik.

Burmester Schale

2019 gewann die Germania VI den Gruppensieg in der Wertung „Skipper in Ausbildung unter 28 Jahren, Mitsegler auch über 28 Jahre” bei der Absegelregatta von Kiel nach Travemünde der im Hochseesegeln ausbildenden Vereine in Deutschland und wurde mit der Burmester Schale ausgezeichnet.